Ernst von Glasersfeld

APA/HERBERT NEUBAUER

Salzburger Nachtstudio

"Wirklichkeit ist das, was passt".
Ernst von Glasersfeld zum 100. Geburtstag
Gestaltung: Michael Reitz

Der österreichisch amerikanische Philosoph Ernst von Glasersfeld (1917 - 2010), gilt neben Paul Watzlawick und Heinz von Foerster, als einer der Begründer des Radikalen Konstruktivismus. Damit schuf er eine der faszinierendsten und einflussreichsten Denkrichtungen des 20. Jahrhunderts.

Kernpunkt dieser Theorie ist, dass alles, was wir Wissen nennen, keine Kopie der Wirklichkeit ist, sondern auf unseren subjektiven Annahmen und Konstruktionen beruht. Wissenschaftliche Objektivität, so Ernst von Glasersfeld, sei eine Illusion. Denn kein Mensch könne die Grenzen seiner persönlichen Erfahrung überschreiten.

Wissen ist somit nichts anderes als "ein Werkzeug, das nach seiner Nützlichkeit beurteilt werden muss und nicht als metaphysischer Entwurf anzusehen ist". Seine größte Wirkung entfaltete der Konstruktivismus im Bereich der Erkenntnistheorie, aber auch in der Psychotherapie.
Beide Aspekte greift Michael Reitz anlässlich des 100. Geburtstages von Ernst von Glasersfeld auf.

Service

Paul Watzlawick: Anleitung zum Unglücklichsein, Piper 1983
Ernst von Glasersfeld: Unverbindliche Erinnerungen, Folio 2008
Bernhard Pörksen: Die Gewissheit der Ungewissheit, Carl Auer 2002
Ernst von Glasersfeld: Konstruktivismus statt Erkenntnistheorie, Drava 1998
Heinz von Foerster/Ernst von Glasersfeld: Wie wir uns erfinden, Carl Auer 1999

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