Jakub Hrusa

JAKUB HRUSA

Aus dem Konzertsaal

ORF Radio-Symphonieorchester Wien, Dirigent: Jakub Hruša; Singverein der Gesellschaft der Musikfreunde in Wien; Zoltán Nyári, Tenor. Antonin Dvorák: Othello, Konzertouverture für großes Orchester op. 93 Vitezslav Novák: V Tatrách (In der Tatra) op. 26 Zoltán Kodály: Psalmus Hungaricus für Tenorsolo, Chor und Orchester op. 13 * Béla Bartók: "Der wunderbare Mandarin", Konzertsuite op. 19 (aufgenommen am 16. März im Großen Musikvereinssaal in Wien in Dolby Digital 5.1 Surround Sound). Präsentation: Eva Teimel

Jakub Hruša, seit September 2016 Chefdirigent der Bamberger Symphoniker, dirigierte im Mai 2014 erstmals das ORF Radio-Symphonieorchester Wien. Liebe auf den ersten Blick, könnte man sagen: Eine Wiedereinladung des tschechischen Dirigenten war umgehend ausgesprochen. Für sein zweites Konzert beim RSO hat Jakub Hruša ein tschechisch-ungarisches Programm zusammengestellt.

Seine Landsleute werden vertreten durch Altmeister Dvorák (die Konzertouvertüre „Othello“ entstand 1892 wenige Monate vor der „Symphonie aus der Neuen Welt“) und dem hierzulande kaum bekannten Komponisten Vítezslav Novák (1870–1949), in dessen romantischer Musik die Melodien tschechischer Volksmusik mitklingen.

Auch die beiden Komponisten ungarischer Herkunft haben sich mit der Volksmusik ihres Landes beschäftigt: Geradezu mit wissenschaftlicher Akribie sammelten Kodály und Bartók das Liedgut ihrer Heimat und gewannen daraus melodische und rhythmische Inspiration für ihre eigene Musik. Kodálys „Psalmus hungaricus“ entstand 1923 zum 50-jährigen Jubiläum der Stadt Budapest und ist „der Bevölkerung der Hauptstadt“ gewidmet.

Ganz anders als bei diesem hoch offiziellen Werk ist mit Bartóks Ballett „Der wunderbare Mandarin“ einer der großen Musikskandale des 20. Jahrhunderts verbunden. Bei der Uraufführung 1952 in Köln erregten die ungestüme Musik und die erotische Handlung Publikum und Kirche derart, dass der Bürgermeister (ein gewisser Konrad Adenauer, ein wenig später erster Kanzler der Bundesrepublik Deutschland) jede weitere Aufführung verbot. Bartók verstand, dass es sein Ballett schwer haben würde, und bat seinen Verlag, die ersten zwei Drittel des Werkes als Version für den Konzertsaal zu veröffentlichen.

An Drastik hat die Geschichte dadurch nicht verloren: Drei bis dato erfolglose Kleinkriminelle rauben mit Hilfe einer Prostituierten Freier aus, bis sie an die imposante Erscheinung eines Mandarin geraten. Zwar ist dieser hohe Beamte reich, aber er verliebt sich derart in das Mädchen, dass die Versuche der drei Strolche, ihn zu töten, erfolglos bleiben. Der wunderbare Mandarin kann erst sterben, nachdem das Mädchen ihn umarmt hat.

(Christoph Becher / RSO Wien)

Service

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Playlist

Komponist/Komponistin: Antonín Dvorák
Titel: Othello. Konzertouvertüre, op.93
Orchester: ORF Radio-Symphonieorchester Wien
Leitung: Jakub Hrusa
Länge: 15:35 min
Label: Artia, Praha / EM

Komponist/Komponistin: Vítezslav Novák
Titel: In der Tatra, Symphonische Dichtung, op.26
Orchester: ORF Radio-Symphonieorchester Wien
Leitung: Jakub Hrusa
Länge: 18:23 min
Label: UE / LM

Komponist/Komponistin: Zoltán Kodály
Titel: Psalmus Hungaricus für Tenor-Solo, Chor und Orchester, op.13
Solist/Solistin: Zoltán Nyári, Tenor
Orchester: ORF Radio-Symphonieorchester Wien
Chor: Singverein der Gesellschaft der Musikfreunde in Wien
Choreinstudierung: Johannes Prinz
Leitung: Jakub Hrusa
Länge: 22:04 min
Label: UE / LM

Komponist/Komponistin: Béla Bartók
Titel: Der wunderbare Mandarin, Konzertsuite, op. 19
Orchester: ORF Radio-Symphonieorchester Wien
Leitung: Jakub Hrusa
Länge: 19:30 min
Label: UE / LM

Komponist/Komponistin: Franz Schubert/1797 - 1828
Titel: Symphonie Nr.8 in C-Dur DV 944 < vormals Nr.7 oder Nr.9 lt.DV >
Populartitel: Große C-Dur
* Andante. Allegro ma non troppo - 1.Satz (00:15:16)
* Andante con moto - 2.Satz (00:13:31)
* Scherzo. Allegro vivace - Trio - 3.Satz (00:14:04)
* Allegro vivace - 4.Satz (00:15:39)
Orchester: Radio Symphonieorchester Wien
Leitung: Bertrand de Billy
Länge: 58:32 min
Label: Oehms Classics OC 339 / ORF

Sendereihe

Gestaltung

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