Zaha Hadid

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Zaha Hadid - Architektin der Kurven

Ein Porträt der Pritzkerpreisträgerin Zaha Hadid, die 15 Jahre lang in Wien an der Universität für Angewandte Kunst unterrichtet hat. Feature von Christina Höfferer.

Mit Carmen Miranda, Sambatänzerin und Broadwayschauspielerin, verglich Wajiha al-Sabunji ihre Tochter Zaha, wegen deren Vorliebe für bunte fantasievolle Kleidung. Damenhafte Eleganz sollte die Tochter einer wohlhabenden irakischen Familie in Internaten in England und der Schweiz lernen. Doch die am 31. Oktober 1950 in Bagdad geborene Frau schlug ihre Laufbahn in einer von Männern besetzten Domäne ein. Sie studierte Mathematik an der American University in Beirut und Architektur an der Architectural Association in London.

Als unbaubar galten Zaha Hadids Entwürfe zunächst, sie wurden als reine Kunst abgetan. Die Künstlerin selbst träumte von Gebäuden, die schweben konnten. Der Durchbruch kam 1993 mit der Eröffnung des Vitra Feuerwehrhauses in Weil am Rhein. Fünf Jahre später gewann sie den Wettbewerb für das Museum der Kunst und Architektur des 21. Jahrhunderts, MAXXI, in Rom. Das MAXXI wurde 2010 eröffnet, inzwischen hatte Hadid weitere prestigeträchtige Projekte realisiert. Von der ersten weiblichen Pritzker-Preisträgerin beeindrucken heute das Opernhaus in Guangzhouh, das Heydar Aliyev Zentrum in Baku, das BMW-Werk in Leipzig, das Phaeno Science Center in Wolfsburg, und der Jokey Club Tower in Hong Kong.

In Österreich baute Zaha Hadid die Bergisel Sprungschanze und das Hauptgebäude der neuen Wirtschaftsuniversität im Prater. An der Universität für Angewandte Kunst leitete sie als Professorin zwischen 2000 und 2015 die Meisterklasse für Architekturentwurf. Viele ihrer Student/innen fanden Arbeit im Studio Zaha Hadid, wo heute 400 Personen beschäftigt sind. Am 31. März 2016 starb Zaha Hadid unerwartet in Miami.

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