Christoph Ransmayr

APA/ROLAND SCHLAGER

Literarisches Österreich: Oberösterreich

"Mann am Fluss" und "Sturmschaden" von Christoph Ransmayr. Es liest Michael Dangl. Gestaltung: Gudrun Hamböck.

Mit "Ich sah" beginnen alle 70 in verschiedensten Weltgegenden spielenden Episoden aus Christoph Ransmayrs "Atlas eines ängstlichen Mannes". Aber nicht auf das südpazifische Pitcairn oder in die russische Arktis begibt sich diese Radiogeschichte, sondern nach Oberösterreich.

Genauer ans sommerliche Ufer der Traun, wo Kinder gegen Bezahlung den von Bremsen und Stechmücken bedrohten Schlaf eines Mannes bewachen, und ins Voralpendorf Roitham, wo ein Sturm einen Dachboden und mit ihm das Versteck eines kleinen Jungen freilegt.

Christoph Ransmayr wurde 1954 in Wels geboren und studierte Philosophie in Wien, wo er nach Jahren in Irland und auf Reisen wieder lebt. Neben den Romanen "Die Schrecken des Eises und der Finsternis" (1984, zur Payer-Weyprecht-Expedition), "Die letzte Welt" (1988, Ovid in der Verbannung am Schwarzen Meer), "Morbus Kitahara" (1995, dystopische Nachkriegswelt) und "Der fliegende Berg" (2006, Bergsteigerroman in der Todeszone des Transhimalaya) erschienen kleinere Prosaarbeiten zu verschiedenen Spielformen des Erzählens - u.a. "Der Weg nach Surabaya" (1997), "Die Unsichtbare" (2001), "Geständnisse eines Touristen" (2004), "Damen & Herren unter Wasser" (2007), das Theaterstück "Odysseus, Verbrecher." (2010), "Der Wolfsjäger" (2011, gemeinsam mit Martin Pollack), der "Atlas eines ängstlichen Mannes" (2012) und "Gerede" (2014, "Elf Ansprachen" zur Literatur).

Im Vorjahr erschien wieder ein Roman, "Cox oder Der Lauf der Zeit", in dem Ransmayr von einem englischen Uhrmacher, der für den Kaiser von China einen Chronometer für die Ewigkeit bauen soll, erzählt. Ransmayrs Bücher wurden in mehr als dreißig Sprachen übersetzt und brachten ihm zahlreiche Auszeichnungen ein, unter anderem die nach Friedrich Hölderlin, Franz Kafka, Bert Brecht und Ernst Toller benannten Literaturpreise, den Premio Mondello und, gemeinsam mit Salman Rushdie, den Prix Aristeion der Europäischen Union.

Service

Christoph Ransmayr, "Atlas eines ängstlichen Mannes". S. Fischer.

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