Dimensionen - die Welt der Wissenschaft

Genchirurgie mit Crispr. Wie die Entdeckung einer Französin die Biologie revolutioniert.
Von Birgit Dalheimer

"Die Welt von morgen schafft der Mensch sich selbst". So hochtrabend urteilt nicht nur die Wochenzeitung "Die Zeit" über ein Werkzeug der Molekularbiologie, das eine französische Forscherin entdeckte und das in den vergangenen Jahren für Furore sorgte. - Ende 2009 wurde Emmanuelle Charpentier bewusst, dass sie etwas Großem auf der Spur war. Schon lange auf der Suche nach einfacheren und präziseren Methoden, in Genome einzugreifen, war sie endlich fündig geworden:

Das System mit dem holprigen Namen "Crispr/Cas9" stammt aus Bakterien und lässt sich so "programmieren", dass es an einer exakt angepeilten Stelle im Erbgut punktgenau die gewünschte Veränderung vornimmt. In Bakterien ebenso wie in Pflanzen, Tieren und Menschen. 2012 hat die Französin gemeinsam mit einer US-amerikanischen Kollegin das System der Öffentlichkeit präsentiert. Binnen Monaten hat es die Labors rund um die Welt erobert. Genutzt wird es mittlerweile in der Pflanzen- und Tierzucht. Aber es soll auch die Suche nach Therapien für AIDS, Krebs und genetische Erkrankungen revolutionieren. Crispr belebt die Träume von einer durch den Menschen gestalteten Evolution neu.

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