Frankreich, Syrien, Slowakei, Rumänien

1. Wer wird nächster französischer Präsident?
2. Flucht aus Syrien - Kaum Hoffnung an der türkischen Grenze
3. Die slowakische Armee sucht Freiwillige - mit mäßigem Erfolg
4. Erinnerungen an eine versunkene Insel in Rumänien
Moderation: Cornelia Krebs


Wer wird nächster französischer Präsident?

In Frankreich geht ein Wahlkampf seinem Ende entgegen, wie das Land ihn noch nie erlebt hat: Da sind die Affären rund um Ex-Premierminister Fillon, die das konservative Lager sichtlich geschwächt haben. Da ist eine Linke, die hoffnungslos gespalten ist, und eine Sozialistische Partei, die nach dieser Wahl in der Bedeutungslosigkeit verschwinden könnte. Und über allem steht die Frage: Wie stark wird die Kandidatin der rechtsextremen Nationalen Front, Marine Le Pen, die einen Euro- und einen EU-Austritt fordert, am Ende sein?
Über diese Frage, über den besonderen Wahlkampf und die möglichen Szenarien für Frankreich nach dieser Wahl hat Hans Woller mit dem Politologen Henri Menudier gesprochen.


Flucht aus Syrien - Kaum Hoffnung an der türkischen Grenze

Einst galt die türkische Grenze als kaum bewacht, weder für Flüchtlinge aus Syrien noch für Islamisten aus Europa war sie ein Hindernis. Jetzt ist sie auf 330 Kilometern Länge mit Betonanlagen gesichert. Davor warten Hunderttausende in Camps auf ein Ende des Krieges in Syrien. 2015 hatte die Türkei mit dem Bau einer Grenzmauer begonnen. Die EU hatte in der Vergangenheit immer wieder kritisiert, dass die Grenze zu Syrien zu offen sei, vor allem Terroristen könnten beliebig ein- und ausreisen. Für syrische Zivilisten auf der Flucht vor Krieg und Terror bedeutet die Grenzmauer ein nahezu unüberwindbares Hindernis, nur einzelnen gelingt der illegale Grenzübertrittes mit Hilfe von Schleppern. Menschenrechts-Organisationen schätzen, dass zwischen 500.000 und 700.000 Flüchtlinge auf der syrischen Seite festsitzen, teils in Camps, ohne Zugang zu sauberem Wasser, in schlechten Unterkünften. Ein Bericht von Katharina Willinger vom ARD-Weltspiegel.


Die slowakische Armee sucht Freiwillige - mit mäßigem Erfolg

Anders als in den baltischen Staaten herrscht in der Slowakei keine Alarmstimmung wegen der Ankündigung der USA, sich weniger in der NATO zu engagieren. Auch wenn das Land an die Ukraine grenzt und es schlechte Erfahrungen mit Russland gemacht hat. Trotzdem arbeiten die Slowaken an ihrer Verteidigung: Mit einer neuen Sicherheitsstrategie, die politisch umstritten ist und deshalb gerade zum dritten Mal überarbeitet wird; und der Einführung einer freiwilligen Reservisten-Ausbildung. Pro Jahr sollen 150 Zivilisten den Umgang mit Waffen lernen. Doch es gibt zwei Probleme: Erstens ist das Interesse recht gering, am ersten Jahrgang nahmen nur 31 Personen teil. Und zweitens kommen viele Bewerber aus den Reihen der Rechtsextremisten, die paramilitärische Heimatschutz-Garden bilden wollen - und die muss der Militärgeheimdienst aufwendig aussortieren. Ein Bericht von Kilian Kirchgessner


Erinnerungen an eine versunkene Insel in Rumänien
Die Donauinsel Ada Kaleh war jahrhundertelang unter osmanischer Verwaltung, zwischenzeitlich immer wieder unter österreichisch-ungarischer Herrschaft, stets aber hatte sie eine strategische Sonderstellung. Nach dem Ersten Weltkrieg fiel sie an Rumänien, 1971 schließlich versank Ada Kaleh in den Donaufluten. Zu diesem Zeitpunkt waren die etwa 500 osmanischen Bewohner schon umgesiedelt worden, um einem gigantischen Kraftwerksprojekt zu weichen. Das gleichnamige Städtchen wurde abgetragen, doch - anders als vorgesehen - nie wieder aufgebaut. Nur wenige frühere Bewohner erinnern sich heute noch an ihr orientalisch geprägtes Leben mitten im abgeschotteten sozialistischen Staat Rumänien. Alexander Musik berichtet aus Orsova.

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