Karl Markovics über seinen Glauben

"Was glauben Sie?" - Der Schauspieler und Regisseur Karl Markovics. Gestaltung: Johannes Kaup

In der Hauptrolle des Salomon Sorowitsch im KZ-Filmdrama "Die Fälscher" begeisterte Karl Markovics ein internationales Publikum. Stefan Ruzowitzkys Film, der bei der 80. Oscarverleihung als bester fremdsprachiger Film ausgezeichnet wurde, wurde zugleich ein Meilenstein in Markovics Karriere.

Der 1963 geborene Schauspieler, Drehbuchautor und Regisseur wuchs als Sohn einer Verkäuferin und eines Bus-Chauffeurs in Wien auf. Schon früh wollte er zum Theater und er hatte das Glück, bei seinen Eltern dabei auf Verständnis zu stoßen. Wie so manche seiner berühmten Kollegen, scheiterte auch Markovics bei der Aufnahmeprüfung für das Max-Reinhardt-Seminar. Trotzdem ging er seinen Weg konsequent weiter und begann 1982 am Serapionstheater in Wien zu spielen, von wo er 1987 zum Wiener Ensemble wechselte. 1991 begann seine Filmkarriere mit "Hund und Katz" von Michael Sturminger. Zwei Jahre später folgte eine Rolle in Paul Harathers tragikomischem Roadmovie "Indien". Einem breiteren Publikum wurde er als Bezirksinspektor Stockinger bekannt. Danach spielte Markovics in zahlreichen TV- und Theaterproduktionen, unter anderem am Theater in der Josefstadt und am Wiener Volkstheater. Dort inszenierte er 2005 erstmals selbst Eugène Ionescos "Die kahle Sängerin". 2011 gab er mit dem Spielfilm "Atmen" sein Debüt als Regisseur und Drehbuchautor. Die Produktion wurde 2012 in sechs Kategorien mit dem Österreichischen Filmpreis ausgezeichnet und auf zahlreichen Filmfestivals gezeigt. 2015 folgte sein Film "Superwelt", für den er sowohl bei Drehbuch als auch Regie verantwortlich zeichnete. Der Film erzählt die Geschichte einer Supermarktkassiererin, deren einfaches Leben durch die Begegnung mit Gott auf den Kopf gestellt wird. Dazu Karl Markovics: "Superwelt ist ein Versuch über Gott - einen Gott, wie ich ihn mir vorstellen möchte, wie ich ihn mir wünsche."

Der Schauspieler und Regisseur ist evangelisch getauft, war aber in seiner Kindheit auch aushilfsweise Ministrant in römisch-katholischen Kirchen. Markovics ist mit der Theaterschauspielerin Stephanie Taussig verheiratet und Vater zweier adoptierter Kinder.

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