Haus der Familie Sibelius

ORF/NIKOLAUS SCHOLZ

Wälder, Seen und finnische Formensprache. Unterwegs im Land von Jean Sibelius

Reisen mit Ö1. Ambiente Spezial: Wälder, Seen und finnische Formensprache. Eine Ö1 Studienreise im Land von Jean Sibelius. Von Nikolaus Scholz.
Redaktion: Ursula Burkert

2017 feiert Finnland 100 Jahre Unabhängigkeit. "Ambiente" nimmt dieses Jubiläum zum Anlass für eine Erkundungsreise, die in Ainola, dem langjährigen Domizil des Komponisten Jean Sibelius und seiner Familie, ihren Anfang nimmt. Sie begibt sich auf die Spuren des finnischen Architekten Alvar Aalto und stellt auch weniger bekannte Orte vor, wie einen urigen Erbhof in der Nähe der Stadt Kupio, dessen Ursprünge bis ins Jahr 1770 reichen und der heute noch nach traditionellem Vorbild bewirtschaftet wird.

Auch die 9,5 km² große Insel Vaajasalo im Kallavesi-See mit ihren 202 Bewohnern ist einen Besuch wert. Hier werden in einem Familienbetrieb süße Beerenweine produziert, die auch vor Ort verkostet werden können.

Die Gemeinde Järvenpaa liegt nur circa 40 km nördlich von Helsinki entfernt, wo an der Wende zum 19. Jahrhundert eine Künstlerkolonie entstand, die auch den weitgereisten Komponisten Jean Sibelius anzog: weitab vom Getümmel der Großstädte fand er auf einer Anhöhe etwa 500m vom Ufer des Tuusulanjärvi-Sees entfernt die Ruhe, die er für sein Schaffen brauchte. Er ließ sich von Lars Sonck, einem der modernsten Architekten jener Zeit, die Villa Ainola mit Blick auf den See bauen, die er 1904 mit seiner Frau Aino und den Töchtern bezog. Ainola war für mehr als ein halbes Jahrhundert Sibelius' Heimat. Hier entstanden seine ersten großen Kompositionen, unter anderem sein Violinkonzert und die Dritte Symphonie. Heute ist die Villa mit ihrer zum Großteil original erhaltenen Einrichtung eine Pilgerstätte für musikinteressierte Besucher aus aller Welt.

Ebenso prägend wie Jean Sibelius für die finnische Musik war Alvar Aalto für Architekten und Designer. Seine formschönen und gleichzeitig zeitlosen Gebäude haben wie seine Formensprache bis heute überlebt. So nahm zum Beispiel Alvar Aalto das Symbol der Welle zur Grundlage vieler seiner Designs, etwa für die Glasvase "Savoy". Sie gilt bis heute als Inbegriff des finnischen Designs und symbolisiert die finnische Seenlandschaft. Von der Natur inspirieren ließ sich auch Keijo Heikkinen, der im Herzen eines Naturjuwels aufwuchs, und sich heute einen Lebenstraum verwirklichen konnte. Er bewahrte einen traditionellen finnischen Erbhof aus dem späten 18. Jahrhundert vor dem Verfall, bewirtschaftet ihn heute mit einigen Schafen und Pferden, und erzählt interessierten Besuchern von seinem erfüllten Lebenstraum.

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