Hamed Abdel-Samad, Ägypten, Klöster

Hamed Abdel-Samad über Koran, Islam und Islamismus +++ Ägypten vor dem Papstbesuch +++ Die ersten Klöster in Ägypten +++ Clinch ums Kloster - Orthodoxe im Seewinkel

1. Hamed Abdel-Samad über Koran, Islam und Islamismus

Der Publizist und Politikwissenschaftler Hamed Abdel-Samad wurde nahe Kairo als Sohn eines sunnitischen Imams geboren, war zunächst Islamist, wurde dann aber zu einem der profiliertesten Islamismus-Kritiker. Nach der Publikation seines Buches "Der islamische Faschismus" wurde in Kairo eine Todes-Fatwa gegen ihn ausgesprochen, seither muss er permanent unter Polizeischutz leben. Am Dienstag war er im RadioKulturhaus zu Gast und hat mit dem Islamwissenschaftler Mohamed Bassan Kabbani diskutiert über: "Koran, Islam und Islamismus". Denn im Koran sind eben Texte von Liebe, Weisheit und Mitgefühl ebenso zu finden wie Suren, die zu Rache und Krieg gegen Andersgläubige aufrufen. Abdel-Samad plädiert dafür, den Koran vom Sockel der Unantastbarkeit zu holen. - Gestaltung: Kerstin Tretina


2. Ägypten vor dem Papstbesuch

Papst Franziskus besucht am kommenden Freitag für zwei Tage Ägypten. Die Visite fällt in eine unruhige Zeit: Erst am Palmsonntag wurden zwei IS-Attentate auf Kirchen verübt. Dutzende Christinnen und Christen kamen ums Leben. Die Al-Azhar-Universität, eine der wichtigsten Rechtsautoritäten im sunnitischen Islam, möchte mit der Einladung des Papstes ein Zeichen gegen Extremismus setzen. ORF-Nahost-Korrespondenten Karim El-Gawhary erläutert via Studioleitung aus Kairo verschiedene Aspekte dieses Papstbesuches: von kühlen Sicherheitsfragen bis zu heißen Eisen. - Gestaltung: Alexandra Mantler und Karim El-Gawhary


3. Die ersten Klöster in Ägypten

Die ältesten Dokumente des christlichen Mönchtums stammen aus Ägypten - wo im 4. Jahrhundert nach Christus mit den ersten Klöstern des Christentums eine neue Form des Zusammenlebens entstanden ist. Und so manches Problem aus dieser frühen Phase des Christentums wirkt erstaunlich aktuell. Für die einen sind Klöster heute ja in erster Linie Orte der Kultur und der Gelehrsamkeit. Konzerte, Festivals, Ausstellungen und die großartigen Bibliotheken belegen das.
Andere nützen das vielfältige Angebot, sich einmal für ein paar Tage in ein Kloster zurückzuziehen - um in aller Stille wieder einmal zu sich selbst zu finden.
Und wiederum andere denken an Missbrauch, Gewalt und Demütigung: In den vergangenen Jahren ist massiv publik geworden, was sich hinter Klostermauern eben auch abspielt. Alle diese Themen sind bereits in den ältesten Dokumenten des christlichen Mönchtums zu finden. - Gestaltung: Markus Veinfurter


4. Clinch ums Kloster - Orthodoxe im Seewinkel

Mit dem Slogan "Weit weg vom Alltag" wirbt der beschauliche kleine Ort im nördlichen Burgenland: Sankt Andrä am Zicksee. Doch ganz so beschaulich geht es dort nun nicht mehr zu. Eigentlich sollte hier ein griechisch-orthodoxes Kloster gebaut werden. Alles schien auf Schiene: Die katholische Diözese schenkte ein Grundstück, der Gemeinderat stimmte der Umwidmung zu, bei der Landesregierung und den zuständigen Stellen wurden Anträge gestellt und Bescheide eingeholt, die Bürger und Bürgerinnen befragt. Papst Franziskus und der ökumenische Patriarch Bartholomaios I. hatten das Projekt und die Pläne bereits gesegnet.
Doch es gibt Widerstand. Und nun ist fix, dass es am 11. Juni zu einer Volksabstimmung kommen wird. Maria Harmer war in St. Andrä am Zicksee und dokumentiert einen Clinch ums Kloster, der bisweilen recht skurrile Formen annimmt. - Gestaltung: Maria Harmer


Moderation: Alexandra Mantler

Service

Im Zeit-Raum: Koran, Islam und Islamismus
Passagen - Im Zeitraum: Ist der Islam noch zu retten?, 22.5.2017, 16.05 Uhr, Ö1
Hans Förster - Universität Wien
Gemeinde St. Andrä am Zicksee
Griechisch-orthodoxes Kloster Maria Schutz

Sendereihe