Nuria Schönberg-Nono: Ein Porträt

"Ich heiße Nuria Schönberg-Nono, Schönberg nach meinem Vater und Nono nach meinem Mann". Feature von Mahmous Lamine und Rolf B. Kleinschmidt

"Gertrud und Arnold Schönberg besitzen seit 7. Mai, 9.10 Uhr, eine Tochter namens Dorothea Nuria", gibt der Vater stolz zur Geburt seiner Tochter im Jahre 1932 kund. Schönberg lebte damals mit seiner zweiten Frau, Getrud Kolisch, in Spanien, um an seiner Oper "Moses und Aron" zu arbeiten. Kurz danach nimmt Schönberg seine Lehrtätigkeit an der Preußischen Akademie der Künste in Berlin wieder auf. Vorübergehend. Denn im Mai 1933 verlässt die Familie nach wiederholten antisemitischen Attacken Berlin.

Nuria wächst in Kalifornien auf, wo ihr Vater sich und die Familie mehr schlecht als recht über Wasser hält. 1954, drei Jahre nach dem Tod Schönbergs, macht die junge Amerikanerin ihre erste Reise nach Europa. In Hamburg lernt sie anlässlich der Uraufführung von "Moses und Aron" den venezianischen Avantgardekomponisten Luigi Nono kennen.

Sie sei es von ihrem Vater her gewohnt gewesen, mit schwierigen Komponisten zu leben, sagt Nuria später. 1955, nach ihrer Heirat, zieht Nuria Schönberg-Nono mit Luigi Nono nach Venedig. Seit 36 Jahren lebt sie hier nun. Und verwaltet, nach dem Tod ihres Mannes 1990, das Erbe gleich zweier Musiktitanen des 20. Jahrhunderts: Das ihres Vaters Arnold Schönberg und das von Luigi Nono, ihrem Mann.

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