Der Weg eines jungen Mannes in den Extremismus

"Sladek" von Ödön von Horváth. Mit Jens Wawrczeck, Lukas Miko, Andrea Eckert, Martin Schwab, Birgit Minichmayr u.a., Musik: Peter Kaizar, Regie: Götz Fritsch (ORF/DLF 2001).

In den frühen 1920er Jahren versuchten verschiedene geheimgehaltene soldatische Organisationen die Truppenstärke der deutschen Wehrmacht über die durch den Friedensvertrag von Versailles gezogenen Grenzen hinaus aufzustocken. Aus der Perspektive der beiden jugendlichen Hauptfiguren Franz und Sladek beleuchtet Horváth die rechtsradikalen Machenschaften der sogenannten "Schwarzen Armee" und die Versuche ihre Existenz zu vertuschen.

Franz, linker Journalist, untersucht die Vorgänge um die "Schwarze Armee" und trifft bei einer Versammlung von Hakenkreuzlern auf Sladek, der ohne Beruf und Arbeit ist und in dessen Kopf die Phrasen und Erklärungsmuster der Rechtsradikalen ein autoritäres Stereotyp ergeben.
Ödön von Horváth hat früh die Gefahren des Faschismus erkannt und diese Thematik auf die Bühne gebracht. Sein 1929 mit dem Nebentitel "Der schwarze Reichswehrmann" uraufgeführtes, wenig bekanntes Werk zeichnet in der Figur des Sladek ein hellsichtiges Porträt jenes Charakters, der mit seinen Reinlichkeitsidealen, seinen Sehnsüchten nach einem einfachen, umfassenden Weltbild und seiner latenten Infantilität kennzeichnend für die nationalsozialistischen Bewegungen der Weimarer Zeit war.

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