Benno Ohnesorg

Der Tod des Demonstranten. Vor 50 Jahren starb Benno Ohnesorg. Mit Stefan Aust, Publizist.
Gestaltung: Daphne Hruby

Der 2. Juni 1967: Ein junger Mann liegt am Boden. Auf seinem Hinterkopf klafft eine Schusswunde. Der Transport ins Krankenhaus dauert fast eine Stunde. Mittlerweile ist Benno Ohnesorg bereits gestorben.

Ohnesorg war unbewaffnet und kein aktives Mitglied der Studentenbewegung der 1960er Jahre. Vielmehr hatte er spontan beschlossen, an der Demonstration gegen den Besuch des Schahs von Persien, Mohammad Reza Pahlavi, in Berlin teilzunehmen. Pahlavi regierte den heutigen Iran mit eiserner Faust. Benno Ohnesorg und seine Gattin beteiligten sich an der abendlichen Demonstration vor der Deutschen Oper. Die zunächst friedliche Kundgebung eskalierte, als die Polizisten begannen auf die Demonstranten loszugehen.

Angestachelt wurden die Beamten von einer Lausprecherdurchsage, die behauptete Demonstranten hätten einen Polizisten ermordet. Eine Lüge, wie sich später herausstellen sollte. Diese Gewaltwelle mündete in einer Massenpanik. Zahlreiche Studenten versuchten zu fliehen, wurden aber von den Polizisten eingekesselt. Einige drängte man in einen Hinterhof. Dort schlugen die Polizisten auf sie ein. Zeugenaussagen zufolge, soll Ohnesorg ihnen gefolgt sein, um zu sehen, was dort vor sich ging.

Während die anderen Demonstranten fliehen konnten, blieb Ohnesorg im Hinterhof zurück. Plötzlich ein lauter Knall. Der 26 Jährige sank zu Boden. Der Kriminalbeamte Karl-Heinz Kurras hatte ihm in den Hinterkopf geschossen. Obwohl Ohnesorgs Körper zahlreiche Misshandlungsspuren aufwies und er von hinten erschossen worden war, wurde Kurras dreimal gerichtlich freigesprochen.

Dies brachte das Fass zum Überlaufen. Teile der bislang friedlichen Studentenbewegung begannen sich zu radikalisieren. Daraus ging ab dem Jahr 1970 die Rote Armee Fraktion (RAF) hervor.

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