Die Philosophie von Ernst Bloch, Interview mit seinem Sohn Jan Robert Bloch

Renaissance der Utopien. Zur Aktualität von Ernst Bloch, dem Philosophen der Hoffnung. Von Detlef Berentzen

1967 wurde ihm der Friedenspreis des deutschen Buchhandels verliehen. Die Studentenbewegung der späten 60er Jahre berief sich auf die Schriften des marxistischen Denkers und Philosophen aus Tübingen. In Büchern, Vorlesungen, Radiogesprächen formulierte Ernst Bloch Sätze, die ihre Gültigkeit bis heute nicht verloren haben.

"Denken heißt Überschreiten!", "Es kommt darauf an, das Hoffen zu lernen" - Sein antizipierendes Denken von Utopie und Hoffnung animiert bis heute all jene, denen das vorgefundene Leben nicht genug ist. Blochs Schriften sind ihnen Begründung der Sehnsucht nach einer anderen, einer besseren Welt.

"Hoffnung hat als einen Boden, der sie besonders gut gedeihen lässt: Unzufriedenheit! Und aktiv werdende Unzufriedenheit kann rebellisch sein, mit einer Hoffnung auf etwas und gegen etwas, in dem man sich jetzt durch eigene Schuld, eigene Unmündigkeit, oder durch Unterdrückung befindet".

Detlef Berentzen hat in seiner Dokumentation Radiointerviews mit Ernst Bloch aus den 60er und 70er Jahren gesammelt und mit einigen der Vielen gesprochen, die aktuell mit Leben und Philosophie des Hoffnungsträgers umgehen, ihn diskutieren, erforschen, kritisieren, editieren, besingen und von ihm das Denken Richtung Zukunft lernen wollen.

Mit Pirmin Stekeler zum Beispiel, Leipziger Philosophieprofessor, mit dem Schriftsteller Walter Jens oder mit dem basisdemokratisch organisierten Ernst-Bloch-Chor, der seit Jahrzehnten Bloch´sche Sätze, Inhalte und Perspektiven intoniert. Wie etwa diesen: "Ich bin. Wir sind. Das ist genug. Nun haben wir zu beginnen. In unsere Hände ist das Leben gegeben. Die Menschen wie die Welt tragen genug gute Zukunft".
Der Todestag von Ernst Bloch jährt sich heuer zum 40.Mal.

Redaktion: Eva Roither
Ton: Martin Leitner

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