Zeit-Ton

Iannis Xenakis: Ekstatische Kraft auf neuen Klangwegen. Gestaltung: Rainer Elstner

Der 1933 in Griechenland geborene Iannis Xenakis war ein höchst unorthodoxer Komponist. Er hat musikalische Wege in Klangwelten eröffnet, die noch heute Staunen machen ob ihrer ekstatischen Kraft. Seine Musik klingt wie keine vor ihm. Schon sein Weg zur zeitgenössischen Musik war ein ungewöhnlicher: Er studierte Ingenieurswissenschaften in Athen, nahm aber daneben Unterricht in Harmonielehre und Kontrapunkt.

Xenakis war im kommunistischen Widerstand gegen die Nazi-Herrschaft sowie gegen die Wiedereinführung der griechischen Monarchie. Im Straßenkampf gegen britische Truppen verlor er ein Auge. Im Jahr 1947 begann das griechische Regime, einstige linksorientierte Widerstandskämpfer zu verhaften - Xenakis konnte noch rechtzeitig nach Paris fliehen. Obwohl er den Status eines illegalen Migranten hatte, wurde er dort Assistent des Architekten Le Corbusier.

Der kompositorische Autodidakt nahm Unterricht bei Arthur Honegger, Darius Milhaud und Olivier Messiaen. Letzterer unterstütze ihn dabei, seinen eigenen kompositorischen Weg abseits der traditionellen Harmonielehre und der damals aktuellen seriellen Musik zu finden. Xenakis nutzte sein immenses technisches und mathematisches Wissen, um es in seine Kompositionskonzepte zu inkorporieren. Mengenlehre konnte dabei ebenso eine Rolle spielen wie Spieletheorie oder Zufallsfunktionen.

1954 wurde er in die Groupe de Recherches de Musique Concrète um Pierre Schaeffer und Pierre Henry aufgenommen - ein Zeit des Experimentierens im Stile der elektroakustischen musique concrète. 1959 verließ Xenakis Le Corbusiers Studio und konzentrierte sich auf sein kompositorisches Schaffen. Er widmete sich dem Unterrichten und vertiefte sich in computerunterstützte Kompositionsmethoden. Sein letztes Werk vollendete Xenakis im Jahr 1997. 2001 starb er im Alter von 78 Jahren in Paris.

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Titel: Zeit-Ton
Länge: 56:40 min

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