Wie böse ist der Zeitungsboulevard?

Die Kritik an den Regierungsinseraten und an möglicher Medienförderung auch für Gratiszeitungen, wie sie in der ersten #doublecheck-Ausgabe noch vom Bundeskanzler gekommen ist, wird in den nächsten Monaten wohl nicht mehr so laut sein. Die Regierung ist zerbrochen, wir stehen mitten im Wahlkampf. Da hat der Zeitungsboulevard eine machtvolle Position. Das Ö1-Medienmagazin zeigt auf, warum das so ist. Moderation und Gestaltung: Nadja Hahn und Stefan Kappacher


Ping-Pong-Spiel mit Facebook

Die "Kronenzeitung" war immer schon sehr mächtig, sie ist mit ihrer enormen Reichweite von mehr als 2 Millionen Lesern in diesem kleinen Land eine Ausnahmeerscheinung. Seit einem Jahrzehnt mischen auch die Gratisblätter "Heute" und "Österreich" auf dem Boulevard mit, der Wettbewerb ist härter geworden, das merkt man an der Berichterstattung. Verschärfend kommt hinzu, dass die Boulevardzeitungen online um Reichweite buhlen - oft um jeden Preis. Dabei kommt es auch zu heimlichen Allianzen mit reichweitenstarken Politikern auf Facebook. #doublecheck hat mit Eva Dichand und Wolfgang Fellner gesprochen.


"Der Standard" baut Algorithmus

Standard-Geschäftsführer Alexander Mitteräcker zeichnet im Interview mit #doublecheck ein Bild, wie seine Zeitung in zwei Jahren aussehen könnte. Fix ist, das massiv in Online investiert wird. Die Website soll einen Algorithmus bekommen, der dem von Facebook nicht unähnlich ist - also Inhalte jeweils nach den individuellen Vorlieben des Users ausspielt. Unausgesprochenes Vorbild von Mitteräcker: das "Svenska Dagbladet" - die schwedische Tageszeitung hat sich auf diese Weise zukunftsfit gemacht.

Sendereihe

Gestaltung