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Armenien: Der Lebenstraum des Maxim Atayants

Der Architekt und die Kirche. Eine Episode aus Berg-Karabach. Von Erich Klein und Peter Waldenberger

Die Sowjetunion befindet sich 1991 noch im Zerfallsprozess. Mitten in den politischen Wirren steuert der Krieg zwischen den Unions-Republiken Aserbaidschan und Armenien auf seinen Höhepunkt zu. Dabei befiehlt der noch amtierende Präsident Michail Gorbatschow der aserbaidschanischen Armee eine Säuberungsaktion in der armenischen Enklave Nagorni Karabach, auch als Berg-Karabach bekannt. 24 Dörfer werden geräumt, zerstört und deren Bevölkerung deportiert.

In einer dieser armenischen Siedlungen, in Karagluch, wird dabei auch die Kirche abgetragen. Zehn Jahre später beschließt der Ur-Urenkel des Erbauers genau dieser Kirche, der heute in St. Petersburg lebende, prominente Architekt Maxim Atayants, den Sakralbau mit privaten Geldern wieder zu errichten. Bereits 2012 findet die Grundsteinlegung statt. Seit 2015 ist die Kirche eingeweiht und wieder geöffnet. Allein, die Siedlung Karagluch ist nach wie vor unbewohnt. Doch Maxim Atayants hat große Pläne für den kleinen Ort in den Bergen, unweit der Hauptstadt der nicht anerkannten Republik Berg-Karabach.

Regelmäßig reist er in die Region. Er arbeitet nicht nur am Wiederaufbau des armenischen Dorfes, sondern schmiedet bereits Rücksiedlungspläne. Bald könnten in Karagul wieder Menschen leben, vielleicht sogar frühere Bewohner/innen des Dorfes. Eine politisch fragile Angelegenheit: Noch befinden sich die beiden ehemaligen Sowjetrepubliken de facto im Kriegszustand.

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