Die richtigen Orte finden.

Welches Verhältnis haben Orte und Worte? Im heutigen Kunstsonntag wird diese Frage aufgegriffen - etwa im Radiokunst-Stück "Ergreifs endlich". Dieser Titel ist ein Anagramm von "Friedrich Engels", und den gleichnamigen Platz in Wien haben Gertrude Moser-Wagner und Josef Reiter radiophon und verbal vermessen.

Der Ort des Films ist traditionellerweise das Kino - doch dieses könnte in seiner Existenz (endgültig) bedroht sein, meint Arnold Schnötzinger in seiner Filmkolumne Zoom-in über die zunehmende Macht der Streaming-Dienste.
Im Zeit-Ton extended lassen wir die Musik sprechen und hören ein Violakonzert aus Schweden, einen klingenden Farn-Hain aus den Niederlanden und einen akustischen Schmetterlingsflug aus Litauten - Stücke aus dem internationalen Musikwettbewerb "Rostrum of Composers".
Auf dem Album "Beyond the Missouri Sky (short stories)" schwelgen Charlie Haden und Pat Metheny 1997 in Erinnerungen an die Musik des amerikanischen Mittelwestens, an die Klänge ihrer Kindheit. Gerhard Graml stellt das Album in den "Milestones" vor.
Wenn die richtigen Worte fehlen, etwa bei Begräbnissen, bei Weihnachtsfeiern oder bei Sportereignissen, dann wird man ziemlich sicher bei Joachim Ringelnatz fündig. Seine Aphorismen und Weisheiten passen einfach immer. Häufig zitiert, dennoch kaum bekannt ist das Werk des deutschen Satirikers und sein interessanter Lebenslauf - er wird in den Tonspuren portraitiert.
Und die Radiosession gleich zu Beginn des Kunstsonntagabends wird diesmal von Helmut Jasbar und einer Gruppe mit einem verspielten Bandnamen bestritten: Donauwellenreiter. Maria Craffonara, Sängerin von Donauwellenreiter, spricht und singt Ladinisch, zum Beispiel: "Degüna Veia". "Keine Lust" heißt das schlicht und einfach.
Und in den "Neuen Texten" liest Michael Dangl einen Romanauszug von Peter Steiner - der in Baden bei Wien lebende Autor wird von Peter Handke hoch gelobt und feiert demnächst seinen achtzigsten Geburtstag.

Sendereihe

Gestaltung

  • Anna Soucek