Die Kleine Eiszeit

Die kleine Eiszeit. Die Auswirkungen des Klimawandels im 17. Jahrhundert für Europa. Mit Philipp Blom, Schriftsteller und Historiker.
Gestaltung: Isabelle Engels

Im 17. Jahrhundert war Europa ein eisiges Reich. Die Temperaturen waren zwischen 1570 und 1685 um zwei Grad gesunken. Heftige Hagelstürme, bitterkalte Winter und kurze, verregnete Sommer sorgten für Missernten und Hungersnöte. Europa lebte von Getreide und dieses wurde nun knapp. Für die bäuerliche Bevölkerung war dies eine Katastrophe, aber auch der Adel verlor durch das Wegbrechen seiner Steuereinnahmen seine Existenzgrundlage. Der Klimawandel veränderte nicht nur die Landwirtschaft grundlegend, sondern das gesamte politische, soziale und kulturelle System. Auch das bisher gültige gottergebene Weltbild geriet ins Wanken.

Die Menschen begegneten der Krise mit Hilfe von Aufklärung, Wissenschaft und Technik. So versuchten Botaniker durch Experimente die Erträge in der Landwirtschaft zu steigern und verbreiteten ihre Erkenntnisse in Büchern.

Der Handel intensivierte sich und die Geldwirtschaft verbreitete sich. Europa entwickelt sich von einem feudalen zu einem kapitalistischen System. Es setzte auf Wirtschaftswachstum, das auf Ausbeutung beruht. Dieses Rezept, mit dem man im 17. Jahrhundert die Folgen des Klimawandels zu überwinden suchte, hat nun neuerlich zu einem Klimawandel geführt, der Natur und Gesellschaft bedroht.

Anders als damals kommt es zwar nicht zu einer Abkühlung, sondern zu einer Erwärmung, doch die Veränderungen können ebenso tiefgreifend sein.

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