Menschenschlange

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Mexiko: Die Herberge der Heimatlosen

Casa de los Amigos. Das Haus der Freunde in Mexico City. Feature von Daniel Weber

Mitten im Großstadtdschungel von Mexico City befindet sich ein kleines, unscheinbares Haus: Die "Casa de los Amigos", 1956 von der Glaubensgemeinschaft der Quäker gegründet, ist eine der ältesten Non-Profit-Organisationen in Mexiko. Ländliche Entwicklungsarbeit stand im Fokus des Hauses, bevor man sich aufgrund der großen zentralamerikanischen Flüchtlingsströme der 1980er und 1990er Jahre dem Thema Migration und der Beherbergung Heimatloser zuwandte. Heute kommen Menschen aus allen Teilen der Welt in die Casa. Neben Flüchtlingen und Mitarbeiter/innen von NGOs sind auch normale Reisende willkommen.

Während eines mehrwöchigen Aufenthalts in der Casa de los Amigos begegnet Autor Daniel Weber dort Menschen, die ihre Geschichten erzählen: Maderick ist 19 Jahre alt und kommt aus Honduras. Von der honduranischen Polizei im Vorjahr entführt, gefoltert und mit dem Tod bedroht, gelingt ihm die Flucht nach Mexico. Hier hofft er auf ein Leben in Sicherheit, doch die mexikanischen Behörden verweigern ihm den Aufenthalt. Orfina, eine 75-jährige Peruanerin, lebt seit mehr als 40 Jahren in Mexico. Sie arbeitete als Sozialarbeiterin lange Jahre für Entwicklungshilfeprojekte der Casa, die ihr zur zweiten Heimat wurde. Und Julio, ein Mexikaner mittleren Alters und ehemaliger Volontär der Casa, der Ende der 1990er Jahre sein Glück in den USA versuchte - nicht immer auf legalen Wegen.

Technik: Martin Todt
Redaktion: Elisabeth Stratka

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