Wiener Vorlesungen Schöne neue Welt?

Hubert Christian Ehalt im Gespräch mit der Autorin und Kolumnistin Julya Rabinowich
(Mitschnitt aus dem Großen Sendesaal vom 3. April 2017)
Bearbeitung: Haimo Godler

Die großen Werte, die sich in der Neuzeit herausgebildet und im Zeitalter der Aufklärung akzentuiert haben, das "Gute, Wahre und Schöne", wurden in der Postmoderne entscheidend zurückgedrängt. Man kann den Eindruck gewinnen, dass Ästhetisierung aller Subjekte und Objekte zu einer Hauptanstrengung der gegenwärtigen Welt geworden ist.

Unsere Welt muss nicht länger nur unter Kontrolle sein, beherrschbar, berechenbar, kartografiert - sie muss auch apart erscheinen. Das gilt für den einzelnen Körper in jedem seiner Stadien, aber auch für unsere Tiere, deren natürliche Schönheit durch Überzüchtungen in Absurdität abgleitet, unsere Lebensmittel, jenes Obst und Gemüse, deren Spannkraft genauso wenig Dellen zeigen darf wie unsere Hinterteile, unser Wohnen, unser Sterben.

Der Begriff der schönen neuen Welt eröffnet mannigfaltige Möglichkeiten - von künstlerischem Aspekt bis zum atemberaubenden Zwang, sich natürlichen Prozessen zu widersetzen, um noch seinen berechtigten Platz sichern zu können - in Partnerschaft und Berufsleben. Was kostet also unsere neue Welt? Hubert Christian Ehalt erörtert diese Fragen gemeinsam mit der Schriftstellerin Julya Rabinowich.

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