Gute Reise

Mit nachhaltigem Tourismus zum regionalen Aufschwung (4). Gestaltung: Beate Firlinger

Die Ansätze des nachhaltigen Tourismus kamen weltweit und auch hierzulande bereits in den 1990er-Jahren auf. Es geht dabei um Formen der Fortbewegung und des Aufenthalts, die ökonomische, ökologische, soziale und kulturelle Verträglichkeitskriterien gleichermaßen erfüllen. Das heißt, nachhaltige Tourismusentwicklung versucht nicht nur, den Qualitätsansprüchen der Gäste Rechnung zu tragen.

Sie eröffnet auch der ansässigen Bevölkerung wirtschaftliche Perspektiven, nimmt auf die Identität und die Integrität der bereisten Regionen Bedacht und ist dem Klima- und Umweltschutz verpflichtet.
Nachhaltigkeit im Tourismus ist also kein ganz neues Themenfeld. Aktuell gewinnen ihre verschiedenen Aspekte aber verstärkt öffentliche Aufmerksamkeit. Nicht zuletzt auch deshalb, weil die Vereinten Nationen 2017 zum "Internationalen Jahr des nachhaltigen Tourismus für Entwicklung" erklärt haben.

Denn das globale Reisegeschäft boomt und schafft Erwerbsmöglichkeiten für Millionen von Menschen. Vor allem in den sogenannten Entwicklungsländern hat der Tourismus starkes Potenzial, die Armut zu vermindern und den Wohlstand zu vergrößern. Gleichzeitig profitieren die lokalen Gemeinschaften an vielen Orten wenig vom steigenden Besucherandrang. Im Gegenteil: In den Zielgebieten kommt es oft höchst unnachhaltig zu Ressourcenverschwendung, Zerstörung der Lebensgrundlagen, unfairen Arbeitsbedingungen und Folklorisierung.

Als Gegenentwurf zum "harten" Massentourismus kann "sanfter" Tourismus als ein Entwicklungsmotor fungieren, der die regionale Wertschöpfung und Prosperität befördert. Das betrifft besonders ärmere Länder, gilt aber auch in unseren Breiten, wo strukturschwache Gegenden mit den Problemen der Abwanderung und Überalterung schwer zu kämpfen haben. In den vergangenen Jahren entstanden daher zahlreiche Initiativen und Netzwerke, die im Zusammenspiel von Urlaubsangeboten, Mobilitätslösungen und Regionalentwicklung den ländlichen Raum bewegen und neu beleben wollen.

Doch wie nachhaltig gestaltet sich der österreichische Fremdenverkehr tatsächlich? Wo stößt das Konzept an seine Grenzen? Welche Kenntnisse in Sachen nachhaltiges Tourismusmanagement sind in der Branche gefordert? Welche Modellregionen und Pilotprojekte weisen den Weg in Richtung authentische Gastlichkeit, bodenständige Kulinarik und umweltfreundliche Entschleunigung abseits des eigenen Autos? Was können Hotellerie, Gastronomie und Freizeitunternehmen zum regionalen Aufschwung beitragen? Beate Firlinger erkundet Positionen und Destinationen, die eine gute Reise und nachhaltige Erholung versprechen.

Service

Literatur

Hartmut Rein und Wolfgang Strasdas (Hg.): Nachhaltiger Tourismus. Einführung, UTB GmbH 2017

Dagmar Lund-Durlacher, Matthias S. Fifka und Dirk Reiser (Hg.): CSR und Tourismus. Handlungs- und branchenspezifische Felder, Springer Gabler 2017

Praxisleitfaden: Nachhaltigkeit im Deutschlandtourismus, Berlin 2016 (PDF)

Anleitung für Praktiker/innen: Wie wird meine Tourismusdestination nachhaltig mobil?, Wien 2016 (PDF)

Links

Hochschule für nachhaltige Entwicklung Eberswalde
MODUL University Vienna
Tourismus Uckermark
Naturerlebniszentrum Blumberger Mühle
Werfenweng
Alpine Pearls
Büro komobile
LEADER-Region Zeitkultur Oststeirisches Kernland
Culttrips: Slow (Food) Travel in der Oststeiermark
Umweltdachverband
Biodiversität & LEADER
LEADER-Region Nationalpark Kalkalpen
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