Türkei, Griechenland, Dublin-Rückkehrer, Fake News

Der gescheiterte Militärputsch vor einem Jahr - eine folgenschwere Nacht für die Türkei +++ Griechenland: Kinder und Jugendliche auf der Flucht +++ Die Dublin-Rückkehrer - zurück in Bulgarien, doch ohne Perspektive +++ Wie können Journalisten mit dem Phänomen "Fake News" umgehen ? - Moderation: Brigitte Fuchs


Der gescheiterte Militärputsch vor einem Jahr - eine folgenschwere Nacht für die Türkei

Der Putschversuch in der Nacht vom 15. auf den 16. Juli 2016 dauerte nur wenige Stunden. Dennoch kamen rund 300 Menschen ums Leben, und die Türkei ist seitdem kaum wiederzuerkennen. Etwa 130.000 Menschen wurden aus dem Staatsdienst entlassen, 50.000 wurden verhaftet: Journalisten, Politiker, Staatsbeamte, Richter, Soldaten, einfache Bürger. Staatspräsident Erdogan hat die Gelegenheit genutzt, seine Macht durch die Einführung eines Präsidialsystems weiter zu festigen. Ein Jahr nach dem Putschversuch ist das Land tief gespalten. Viele Türken sprechen von einem Klima der Angst. Ein Bericht von Christian Buttkereit.


Griechenland: Kinder und Jugendliche auf der Flucht

Seit dem EU-Türkei-Deal begeben sich deutlich weniger Flüchtlinge über die Ägäis auf den Weg nach Europa. In Griechenland etwa kamen seit Anfang des Jahres an die 9.700 Menschen an, im Durchschnitt sind das landesweit 60 Ankünfte pro Tag. Die meisten der Flüchtlinge stammen aus Syrien, an zweiter und dritter Stelle folgen der Irak und die Demokratische Republik Kongo. Und weiterhin sind mehr als die Hälfte aller Ankommenden Frauen und Kinder. Viele dieser Kinder sind alleine unterwegs. Griechenland ist das erste europäische Land, das sie auf ihrer Flucht erreichen. Doch ihre Probleme haben sie mit ihrer Ankunft dort noch lange nicht gelöst. Ein Bericht von Alkyone Karamanolis.


Die Dublin-Rückkehrer - zurück in Bulgarien, doch ohne Perspektiven

Noch zu Beginn der Migrationskrise ist Bulgarien einen restriktiven Kurs gefahren. Begründet wurde er durch die Exponiertheit an der Grenze zur Türkei und mit den begrenzten wirtschaftlichen Kapazitäten. Gleichzeitig durften Schutzsuchende illegal nach West- und Nordeuropa weiterziehen: Der Staat drückte dabei ein Auge zu. Doch nun zeichnet sich die Rückkehrbewegung ab. Bulgarien muss als Ersteinreiseland nach dem sogenannten Dublin- Abkommen die in West- und Nordeuropa eingereisten Menschen wieder aufnehmen und das unterbrochene Asylverfahren neu aufrollen. Migrationsexperten bezeichnen diesen Mechanismus als kostspielig und ineffizient. Nach der Überstellung sind die Dublin-Rückkehrer auf sich allein gestellt und versuchen, aus Bulgarien wieder schnell weg zu kommen. Die Regierung hat für sie kein Integrationsprogramm. Ein Minimum an Existenzsicherung und Sprachkenntnisse sind aber Grundvoraussetzungen für jeden weiteren Schritt Richtung langfristiger Aufenthaltstitel oder Staatsbürgerschaft. Ein Bericht von Diljana Lambreva.


Wie können Journalisten mit dem Phänomen "Fake News" umgehen ?

Was machen Propaganda und Desinformation mit unseren Gesellschaften? Dieser Frage geht der britisch-russische Journalist und Autor Peter Pomerantsev nach. Neun Jahre lang hat er in Russland im Unterhaltungsfernsehen gearbeitet und dabei beobachtet wie das Regime von Wladimir Putin die Gesellschaft unter Kontrolle gebracht hat. Mit Techniken, die inzwischen auch in Westeuropa und den USA angekommen sind. Markus Müller hat mit Peter Pomerantsev gesprochen.

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