Le Miroir de Musique

Alte Musik im Konzert. Le Miroir de Musique. Werke von Jacques Arcadelt, Giulio Caccini, Sigismondo d'India u. a. (aufgenommen am 16. April in der Eglise de Villamont, Lausanne). Präsentation: Jörg Duit

Unter den zahlreichen Aufführungspraktiken der italienischen Renaissance des 15. und 16. Jahrhunderts hatte das Singen zur Lira eine besonders symbolträchtige Stellung, die eng mit dem Orpheus-Mythos und der göttlichen Figur des Apoll verknüpft ist. Diese Art des Rezitationsvortrags von Epik und Lyrik, deren Ursprünge in humanistischen Kreisen des mittleren 15. Jahrhunderts liegen, bestand anfänglich aus einstimmigem Gesang, der mit einer Lira da braccio begleitet wurde - letztere eine antikisierte Abwandlung der spätmittelalterlichen Vielle. Mit der Erfindung des Lirone in der Zeit um 1500 wandelte sich die Rolle der Begleitung allmählich und erfuhr schließlich mit dem Rezitativstil nach 1600 eine neue Blüte, die den Weg zur Entwicklung der ersten Opern bereitete.

Das Ensemble Le Miroir de Musique präsentierte im April dieses Jahres sein Programm "Sulla Lira" in der Villamont Kirche in Lausanne - Maria Cristina Kiehr, Sopran und Giovanni Cantarini, Tenor, begleitet von Lirone, Viola da gamba, Lira da Braccio, Renaissance Violine, Laute und Theorbe.

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