Am städtischen Strand

Zur Geschichte der Sommerbäder in Wien. Mit Werner Michael Schwarz, Historiker und Kurator im Wien Museum.
Gestaltung: Isabelle Engels

Ob an den Strandbädern entlang der Alten Donau, am Badeschiff am Donaukanal, in einem Freibad oder in der Wildnis der Lobau: wer den Sommer in der Stadt Wien verbringt, muss auf Sonnenbaden am Strand und Schwimmen unter freiem Himmel nicht verzichten.
Heute dienen diese Einrichtungen rein dem Freizeitvergnügen, an deren Beginn im 19. Jahrhundert standen jedoch auch andere Motive.

Die K&K-Militärschwimmschule etwa wurde errichtet, da viele Soldaten in der Schlacht bei Aspern in der noch unregulierten Donau ertrunken waren.

Um die hygienischen Bedingungen für die Bevölkerung zu verbessern wurden zunächst sogenannte "Tröpferlbäder" eröffnet, und für die Sommerzeit Strandbäder an der Donau und Alten Donau. Die Regulierung des Stromes schuf die topographische Voraussetzung dafür.

Am Wienfluss und am Donaukanal entstanden Strombäder der anderen Art: in am Ufer verankerten Badeschiffen badete man in großen, ins kalte Flusswasser gelassenen Metallkörben.

Das Motto des "Roten Wien" der Zwischenkriegszeit: "Luft, Licht und Sonne" zur Verbesserung der Lebensbedingungen auch der ärmeren Stadtbewohner/innen schlug sich nicht nur im Wohnbau nieder, sondern führte auch zur Förderung der Badekultur. Das Kongressbad etwa wurde im Rahmen eines "außer-ordentlichen Arbeitsprogramms zur Linderung der Arbeitslosigkeit" gebaut und in vielen städtischen Parks wurden Kinderfreibäder zur "Sozialhygiene" und Gesundheitsprophylaxe geschaffen.

Das bekannteste Strandbad der Stadt ist wohl das Gänsehäufel, das heuer seinen 110. Geburtstag feiert.

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