Beach Boys

AP/KLAUS SCHLAGMANN

Smiley Smile: Die Beach Boys 1967 als Ruinenbaumeister

Das schönste Fragment der Popgeschichte: Das Album "Smiley Smile" der Beach Boys aus 1967. Gestaltung: Christian Scheib

Es gilt als das spektakulärste Scheitern der Popgeschichte, aber das tut der Faszination an "Smiley Smile" keinen Abbruch. Brian Wilson wollte unbedingt vor dem Nachfolgealbum von "Revolver" der Beatles mit einem grandiosen Konzeptalbum punkten. Aber schon für die Studioproduktion von "Good Vibrations" brauchten der Perfektionist Brian Wilson und die Beach Boys knapp sechs Monate. Das Album sollte in seiner anvisierten Form nicht fertig werden. Stattdessen lieferten zu allem Überfluss - aus Sicht der Beach Boys - die Beatles "Sgt. Pepper's Lonely Heart Club Band" ab.

Die richtige Schwingung, das feine Vibrieren im geglückten Moment: Good Vibrations dies- und jenseits der lang ersehnten Welle können einen weit tragen. Das hätte sich auch Brian Wilson gewünscht, als er Mitte der '60er-Jahre für und mit seinen Beach Boys am Album "Smile" arbeitete, mit dem er eben die Konzeptalben von Zeitgenossen wie The Beatles und Frank Zappa gleichsam in der Gischt einer geglückten Surfwelle überspielen wollte.

Und auch wenn Brian Wilson an der eigenen Vorgabe scheiterte, gewährt das schließlich Anfang 1967 als Fragment und Kompromiss veröffentlichte Album "Smiley Smile" mit seinen Songs und Songskizzen einen Blick in eine beglückende Schnittmenge aus Experiment, Perfektion und Improvisation, Verrücktheit und Vision, kalifornischer Sonne und letztendlich doch der Good Vibrations.

Sendereihe

Gestaltung

  • Christian Scheib