Szene aus Onkel Wanja, Frau greift nach einem älteren Mann

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"Onkel Wanja" - Seelenporträts aus dem russischen Landleben Ende des 19. Jahrhunderts

Museum der Meisterwerke: "Onkel Wanja". Von Anton Tschechow. Mit Paul Hoffmann, Christiane Hörbiger, Christine Ostermayer, Walter Schmidinger, Romuald Pekny u.a. Übersetzung: Ilse Schneyder, Bearbeitung und Regie: Klaus Gmeiner. (ORF Salzburg 1978)

Der emeritierte Kunstprofessor Serebrjakow hat sich mit seiner jungen Frau Jelena auf das Landgut seiner verstorbenen ersten Frau zurückgezogen, weil das Leben auf dem Land billiger ist. Das Gut wird seit Jahren von Sonja, seiner Tochter aus erster Ehe und von "Onkel" Wanja bewirtschaftet, dem Bruder seiner ersten Frau.

Serebjakow dankt den beiden jedoch nicht, dass sie bis zur Erschöpfung arbeiten, um sein Leben zu finanzieren. Als Wanja, der einst Serebrjakow bewundert hat, erkennt, dass dieser keineswegs eine wissenschaftliche Kapazität ist, und seine Umgebung mit Hypochondrie und Geltungssucht tyrannisiert, verliert er die Lust zu arbeiten und beginnt zu trinken, zumal seine leidenschaftliche Verehrung für Serebrjakows junge Frau Jelena nicht erwidert wird. Jelena liebt den Landarzt Astrow, der auch ihr seine Liebe gesteht. Astrow indes wird auch von Sonja geliebt, die seit Jahren vergebens auf Gegenliebe hofft. Als Serebrjakow verlangt, das Gut - Mitgift seiner ersten Frau und somit Sonjas Eigentum - zu verkaufen und in Wertpapieren anzulegen, damit er sich ein Haus in Finnland kaufen kann, bricht aus Wanja Empörung, Hass und Verachtung für Serebrjakow hervor, für den er Jahre seines Lebens vertan hat. Er schießt zweimal auf Serebrjakow, ohne ihn zu treffen.

Serebrjakow reist mit seiner Gattin ab, auch Astrow verlässt das Gut und Wanja stürzt sich verzweifelt wieder in seine Arbeit. Gemeinsam mit Sonja wird er weiterhin das Gut bewirtschaften und den Ertrag an Serebrjakow schicken. Nichts hat sich geändert, alles bleibt beim Alten. Sonja tröstet ihn: "Armer Onkel Wanja, du hast in deinem Leben keine Freude gekannt, aber warte, warte: Wir werden ausruhen, wir werden ausruhen!"

25 Jahre lang war Klaus Gmeiner Leiter der Literatur- und Hörspielabteilung des Landesstudios Salzburg. Zwischen 1971 und 1996 hat der aus Vorarlberg stammende Theater- und Hörspielregisseur mehr als 400 Hörspiele produziert, viele davon mit herausragenden Schauspieler/innen, die bei den Salzburger Festspielen gastierten. Zu den Qualitäten Klaus Gmeiners, der für Ö1 auch 700 Ausgaben von "Du holde Kunst" gestaltete, zählen klare Formensprache, sensible Schauspielerführung und die Konzentration auf das Wesentliche: das gesprochene Wort.

In der Reihe "Museum der Meisterwerke" bringen wir Klaus Gmeiners Hörspielfassung von Anton Tschechows "Onkel Wanja - Szenen aus dem Landleben".

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