Insellandschaft, exotische Bäume

ORF/URSULA BURKERT

"Inseln und Halbinseln": Animistischer Totenkult und fröhliche Lieder auf Nordsumatra

Ambiente Spezial: Animistischer Totenkult und fröhliche Lieder. Beim Volk der Batak in Nordsumatra. Von Ernst Weber
Ambiente Sommerreprisen: Insel und Halbinsel-Klassiker

Medan ist die größte Stadt Sumatras und die drittgrößte Indonesiens. Tourist/innen kommen an und reisen ab, die laute, schmutzige Stadt ohne Sehenswürdigkeiten (außer einer Handvoll kolonialer Bauten) wird gemieden. Dennoch hat sie indonesischen Charakter wie kaum eine andere der touristischen Städte Nordsumatras.

Berastagi liegt auf 1.300 Metern Höhe - die holländischen Kolonialherren entdeckten das vulkanische Karo-Hochland als angenehmen, kühlen Rückzugsort vom heißen Tiefland. Wochenendausflügler/innen von Medan kommen zum Wandern zu den heißen Quellen oder zu Wasserfällen, die Sportlicheren erklimmen den Gunung Sibayak - einen der beiden aktiven Vulkane. Er spuckt keine Lava, aber er dampft und lässt Gase ab.

Den größeren Vulkan - Gunung Sinabung - darf man nur aus der Ferne betrachten. Nach einem Ausbruch im Jahre 2013 mussten Tausende Menschen evakuiert werden, mit neuerlichen Vulkanausbrüchen muss gerechnet werden.
Kleine Dörfer haben noch traditionelle Gemeinschaftshäuser der ursprünglichen Karo-Batak-Kulturen - heute sind es zum Christentum bekehrte ehemalige Animisten.

Bukit Lawang am Fuße des Gunung-Leuser-Berges liegt in einem Nationalpark. Das Dschungeldörfchen hat sich als Orang-Utan-Rehabilitationszentrum einen Namen gemacht: Hier zog man verwaiste Orang Utans auf und Tiere, die im Laufe von Landgewinnungsrodungen heimatlos wurden. Man bereitete sie auf das Leben in neuer Wildnis-Umgebung vor. Mehr als 200 Tiere entließ man in die Freiheit, dann öffnete man kleinere, abgelegenere Stationen, die diese Aufgabe erfüllen. Heute ist die Gegend um Bukit Lawang die Region mit der größten Dichte an Orang Utans. Tourist/innen und Einheimische kommen, um die Orang Utans zu beobachten.

Der Toba-See ist der größte Anziehungspunkt für Tourist/innen und Langzeitreisende, mit nahezu mythischer Anziehungskraft: Der See - er ist der größte Südostasiens - liegt auf 900 Metern Höhe in einem riesigen Vulkankrater. Auf der Insel Samosir wohnen die Toba Bataks - auch sie wurden zum Christentum bekehrt. Sie pflegen ihre Holzhäuser mit den typischen, geschwungenen Giebeln und Relikten ihrer früheren Kultur: Den Schrein des Königs oder große Steinsessel, auf denen die Dorfältesten wichtige Dinge diskutierten, oder wo man Hinrichtungen vollzog. Oder die typischen Gräber mit den Batak-Häusern, wo man den Verstorbenen Zigaretten und Nahrung hinterlegt. Die Bataks sind für ihre Gesangsfreude bekannt. Einer Legende nach waren sie Kannibalen. Den ersten Missionar sollen sie aufgegessen haben, von den nachfolgenden ließen sie sich missionieren.

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