Festivalpublikum spiegelt sich in Sonnenbrille

AP/ERIC RISBERG

Der Himmel über Monterey.

Eine kurze Architekturgeschichte des Alls
Von Armin Stadler

Im Sommer 1967 fand in Monterey, 200 Kilometer südlich von San Francisco, der Urknall aller Popfestivals statt. Mit wegweisenden Aufritten von Musikern wie Jimi Hendrix, Otis Redding, Janis Joplin oder dem indischen Sitar-Virtuosen Ravi Shankar. Über zweihunderttausend Besucher, viele davon aus der Hippie-Bewegung, schwebten für drei Tage und Nächte auf einer neuartig klingenden Soundwolke. - Nicht weniger Horizont erweiternd waren einige kosmologische Erkenntnisse, die 1967 an die Öffentlichkeit drangen:

Der erste Pulsar wurde entdeckt, die Schwarzen Löcher erhielten ihren Namen und die Erklärung, warum Sterne leuchten, wurde mit dem Physiknobelpreis prämiert. - 50 Jahre später fand ein zweites Popfestival in Monterey statt. Inzwischen hört sich die Musik anders an, und auch der ins Grenzenlose weisende Himmel über der Bühne hat sich verändert, unsere Architektur des Alls:

Wir leben in einem Sonnensystem, das nicht als einziges Planeten beherbergt. In einer Galaxie, in deren Zentrum tatsächlich ein großes Schwarzes Loch sitzt. Und in einem Universum, das sich immer schneller ausdehnt und zu 95 Prozent aus Dunkler Materie und Dunkler Energie besteht. Was sich physikalisch dahinter verbirgt, weiß heute allerdings niemand. - Wird man das Rätsel in 50 Jahren gelöst und vielleicht auch schon eine "zweite Erde" aufgespürt haben? Die Chancen für ein drittes Monterey-Festival im Jahr 2067 stehen jedenfalls nicht schlecht.

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