Kruder & Dorfmeister

ORF/URSULA HUMMEL-BERGER

Radiokolleg - Lexikon der österreichischen Popmusik

Marianne Mendt (1), Sigi Maron (2), Kruder & Dorfmeister (3), Voodoo Jürgens (4).
Gestaltung: Astrid Schwarz, Walter Gröbchen, Thomas Mießgang, Al Bird

Im Januar 2017 hat das Radiokolleg eine Langzeit-Serie zur Geschichte der österreichischen Popmusik gestartet. Von "Ambros bis Qualtinger" von "Danzer bis Wanda" wird das Leben und Werk einzelner Musiker/innen und Bands dokumentiert, ihre Bedeutung für die österreichische Musiklandschaft reflektiert und ihr Beitrag zu einer kritischen Gegenkultur gewürdigt.

Alle gesendeten Beiträge landen im akustisches "Lexikon der österreichischen Popmusik" und sind unter Archiv - Lexikon der österreichischen Popmusik nachzuhören.

Kruder & Dorfmeister - namentlich Peter Kruder und Richard Dorfmeister - sind zweifellos die weltweit bekanntesten Protagonisten der heimischen Elektronik-Szene. Als DJs und Produzenten machte sich die beiden Musiker ab Anfang der neunziger Jahre des vorigen Jahrhunderts einen Namen - der gelernte Friseur Kruder hatte zuvor in Projekten wie der Austro-HipHop-Frühgeburt "The Moreaus" Erfahrung gesammelt, der studierte Musiker Dorfmeister Flöte bei der Dancefloor-Crew Sin gespielt. Technisch beflügelt durch das Aufkommen erschwinglicher Sampler und Sequencer, debutierte das Duo 1993 mit der G-Stoned-EP, deren Cover frappant an Simon & Garfunkel erinnerte. Es blieb bislang ihre einzige originäre Veröffentlichung, während millionenfach verkaufte Compilations wie "DJ Kicks" oder "The K&D Sessions" hauptsächlich Bearbeitungen und Remixe (u.a. für Madonna, Depeche Mode, Roni Size) präsentierten. Ihr entspannter, auf Jazz, Dub und TripHop basierender Stil wurde unter als "Downbeat" (oftmals verbunden mit dem ironischen Etikett "Wiener Kaffeehaus-Sound") zum globalen Exportartikel. Seit Mitte der 2000er-Jahre gehen Kruder und Dorfmeister getrennte Wege; ersterer erfolgreich mit Projekten wie Peace Orchestra oder Voom:Voom, letzterer (gemeinsam mit dem Pianisten Rupert Huber) als Tosca.

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