Platz in Sarajevo

ORF/MIRELA JASIC

Bosnien: Saudis und Salafisten

Bosnien-Herzegowina hat dreieinhalb Millionen Einwohner: die Hälfte davon Muslime, die andere Hälfte Christen. In den muslimisch geprägten Teilen ist in den vergangenen Jahren der Einfluss aus Saudiarabien immer stärker spürbar.
Gestaltung: Christoph Kersting

Das Bild in der Hauptstadt Sarajevo bestimmen immer schon Moscheen, über 80 Prozent der Menschen hier sind muslimischen Glaubens. Doch seit einigen Jahren verändere sich das Straßenbild in Sarajevo, berichten viele Bewohner der Hauptstadt: Vor allem die vielen vollverschleierten, ganz in Schwarz gekleideten Frauen fallen auf in einem Land, das immer schon für einen moderaten, weltoffenen Islam gestanden ist. Die strenggläubigen Muslime kommen aus den Golfstaaten: Viele Araber kaufen oder bauen auch Immobilien im großen Stil - das beobachten viele Einheimische mit Argwohn, sie befürchten den Ausverkauf des Landes. Hinzu kommen Ängste vor salafistischen Gemeinschaften, die vor allem in abgelegenen Dörfern entlang der ehemaligen Frontlinie des Bosnienkrieges leben. Experten kritisieren jedoch, dass die vermeintliche Gefahr durch bosnische Islamisten vor allem von serbischer Seite bewusst aufgebauscht werde.

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