Wassertropfen

AP/DAVID GOLDMAN

Aus der Tiefkühltruhe der Geschichte.

Gletscherarchäologie: Die "gefrorene Vergangenheit" taut auf.
Gäste: Univ.-Prof. Dr. Harald Stadler, Bereichsleiter: Mittelalter- und Neuzeitarchäologie am Institut für Archäologie, Universität Innsbruck und Albert Zink, Ph.D., Leiter des Instituts für Mumienforschung am Eurac Research in Bozen (am Telefon).
Moderation: Barbara Zeithammer.
Anrufe kostenlos aus ganz Österreich unter 0800 22 69 79

Ewig ist relativ. Das gilt besonders für das "ewige Eis" in Zeiten des Klimawandels - es schrumpft weltweit und taut rasant. Die schmelzenden Gletscher und Eisflecken geben frei, was vor Jahren, Jahrzehnten oder Jahrtausenden in ihnen verschwand: Am 19. September 1991 war es die Mumie Ötzi, mit 5.300 Jahren die älteste bekannte Gletschermumie der Welt.

In den letzten 10, 15 Jahren häufen sich die Funde - verunglückte Bergsteiger, verschollen geglaubte Soldaten, fast 6.000 Jahre alte Ausrüstungsgegenstände und Kleider - und von Sibirien bis Südamerika - überall dort, wo das Eis schmilzt, etablierte sich die Gletscherarchäologie.

In Österreich ist Osttirol der "Hotspot" der Forschung und Harald Stadler von der Universität Innsbruck der Spezialist; vor allem auch ein Spezialist für Gletscherleichen. Mit kriminalistischem Gespür rekonstruiert er die meist tragischen Schicksale hinter den Funden. Er arbeitet international, interdisziplinär und mit Hüttenwirten, der Bergrettung, Alpinclubs und der Polizei zusammen und hofft, dass vielleicht einmal Hannibal und seine Elefanten gefunden werden könnten. Danach suchen internationale Forscherteams seit einigen Jahren.

Harald Stadler ist zu Gast bei Barbara Zeithammer und berichtet von den Herausforderungen der jungen Disziplin und der Forschung im Hochgebirge, den nicht ungefährlichen Gletscherbegehungen und den fieberhaften Versuchen, Vorhersagemodelle für mögliche Fundstellen zu entwickeln. Ist die "Tiefkühltruhe der Vergangenheit" einmal geöffnet, setzt sofort die Zersetzung ein und wenn der erste Schnee im Hochgebirge fällt, ist die ohnehin kurze Saison der Gletscherarchäologie vorbei.

Albert Zink ist via Telefon in der ersten Hälfte der Sendung zu Gast. Er leitet das Institut für Mumienforschung am Eurac Research in Bozen, das heuer sein 10-jähriges Bestehen feiert und sich ausschließlich der
wissenschaftlichen Arbeit an Mumien widmet und an der Weiterentwicklung der Konservierungstechniken forscht.

Hörerinnen und Hörer sind wie immer herzlich eingeladen, sich an der Sendung zu beteiligen: Sie erreichen uns per Mail an punkteins(at)orf.at oder live während der Sendung unter der Telefonnummer 0800 22 69 79 - kostenlos aus ganz Österreich.

Playlist

Urheber/Urheberin: Jana Winderen
Titel: Aquaculture (davon 31sek unterlegt)
LC 13014
Touch Music [MCPS] Touch To:73
Ausführender/Ausführende: Jana Winderen
Länge: 01:51 min

Urheber/Urheberin: Jana Winderen
Titel: Sense of latent Power (davon 17sek unterlegt)
LC 13014
Touch Music [MCPS] Touch To:73
Ausführender/Ausführende: Jana Winderen
Länge: 02:04 min

Urheber/Urheberin: Jana Winderen
Titel: Isolation/Measurement (davon 17sek unterlegt)
LC 13014
Touch Music [MCPS] Touch To:73
Ausführender/Ausführende: Jana Winderen
Länge: 02:08 min

Urheber/Urheberin: Jana Winderen
Titel: Aquaculture (davon 2min31sek unterlegt)
LC 13014
Touch Music [MCPS] Touch To:73
Ausführender/Ausführende: Jana Winderen
Länge: 03:53 min

Sendereihe