Deutschland, Katalonien, Ungarn, West-Ukraine

Deutschland hat die Wahl +++ Hat Katalonien die Wahl ? +++ Ungarn und die EU - nichts als Spannungen ? +++ Ein Besuch bei Alt-Österreichern in der West-Ukraine - Moderation: Agathe Zuapn


Deutschland hat die Wahl


Am Sonntag wählt Deutschland, und für praktisch alle Beobachter ist es klar - Angela Merkel wird wieder gewinnen. Sie wird wieder Bundeskanzlerin, sie wird wieder regieren, aber mit wem? Die Sozialdemokraten, derzeit Koalitionspartner der deutschen Konservativen, müssen ein desaströses Ergebnis am Sonntag befürchten. Ihrem Spitzenkandidaten Martin Schulz ist es nicht gelungen, eine eigenständige politische Handschrift im Wahlkampf zu entwickeln, seine SPD wirkt vielfach mutlos und müde. Und die Beteuerungen, der nächste Kanzler heiße Schulz, klingen fast verzweifelt. Auch die Grünen kommen nicht wirklich in Fahrt, haben wenig Neues für die Wähler zu bieten, die Liberalen wiederum können sich Hoffnungen machen, wieder in den deutschen Bundestag einzuziehen. Die große Unbekannte ist die rechtspopulistische AfD - wie wird sie abschneiden? Und wie die Linke? - Ein Gespräch mit ORF-Korrespondentin Birgit Schwarz in Berlin.


Hat Katalonien die Wahl ?

Sonntag in einer Woche, am 1. Oktober, sollen nach dem Willen der katalanischen Regionalregierung rund 5 Millionen Katalanen über die Trennung ihrer Region von Spanien abstimmen. Die Vorbereitungen sind weit fortgeschrittenen, obwohl die Regierung in Madrid die Abstimmung mit allen Mitteln verhindern will: mit einem Verbot durch das Verfassungsgericht, mit der Beschlagnahme von Stimmzetteln, der Anklage von Politikern und Bürgermeistern. Josef Manola hat Befürworter und Gegner des Unabhängigkeits-Referendums befragt.


Ungarn und die EU - nichts als Spannungen ?

Ungarns rechtspopulistische Regierung unter Ministerpräsident Viktor Orbán liegt im Dauerclinch mit der EU. Orbáns einigermaßen undemokratisches Demokratieverständnis, seine Klientelpolitik und vorschnelle Anlassgesetzgebung verletzen immer wieder die Rechtsstaatlichkeit im Land sowie die EU-Grundwerte. Politische Analysten in Ungarn sind überzeugt, dass Orbán die EU schon im Hinblick auf die kommende Parlamentswahl im April 2018 zum Feindbild hochstilisiert. Mit einem gemeinsamen Feind der Ungarn in Gestalt der EU, oder wie Orbán stets sagt, der "Bürokraten in Brüssel", kann sich der Ministerpräsident als Beschützer und Verteidiger des Landes aufspielen. Und hoffen, auf diese Weise wieder eine Zwei-Drittelmehrheit im Parlament zu bekommen. Unser Osteuropakorrespondent Ernst Gelegs beleuchtet Orbáns schwieriges Verhältnis mit der EU.


Ein Besuch bei Alt-Österreichern in der West-Ukraine

Unter Maria Theresia begann in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts eine starke Ansiedlung von Deutschen aus allen Teilen des Habsburgerreiches in der Karpato-Ukraine, die bis zum Ende des Ersten Weltkrieges zu Österreich gehörte. Heute ist das Gebiet der westlichste Zipfel im Grenzgebiet zu Ungarn, der Slowakei und Rumänien. Gefördert wurde diese damalige Ansiedlung auch von den Grafen Schönborn, die nach dem Zweiten Weltkrieg zwar ihr Eigentum dort verloren, nach denen aber bis heute ein Dorf benannt ist. Angesiedelt wurden auch Bewohner aus Ober- und Niederösterreich. Trotz der wechselvollen und tragischen Geschichte dieses Gebiets leben dort noch heute deutschsprachige Altösterreicher, die sich ihren Dialekt über die Jahrhunderte bewahrt haben. Hören sie eine Spurensuche von unserem Ukraine-Korrespondenten Christian Wehrschütz.

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