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APA/dpa/Karl-Josef Hildenbrand

Die Kulturgeschichte der Jagd

Notwendigkeit und Repräsentation. Mit Karlheinz Wirnsberger, Universalmuseum Joanneum, Leiter der Abteilung Schloss Stainz, Jagdkunde und Landwirtschaftliche Sammlung.
Gestaltung: Andreas Wolf

In der Altsteinzeit waren die Menschen Jäger und Sammler. Die Jagd diente zur Nahrungsmittelversorgung und machte die Herstellung von Werkzeugen notwendig. Aus den tierischen Überresten wurden Leder, Werkzeuge oder Musikinstrumente wie z.B. Knochenflöten gefertigt. Mit der Sesshaftwerdung und der damit verbundenen Domestikation von Tieren verlor die Jagd an Bedeutung. Neben der Nahrungsmittelbeschaffung diente sie mehr und mehr dem Freizeitvergnügen der herrschenden Bevölkerungsschichten.

Aus dem Mittelalter stammt die Einteilung in "Hohe Jagd", die nur dem Adel und der hohen Geistlichkeit vorbehalten war und der "Niederen Jagd". Diese war dem niederen Klerus sowie - wenn überhaupt - Bürgern und Bauern vorbehalten. Erst mit der Revolution von 1848 wurde das Jagdrecht auf fast alle Bevölkerungsgruppen ausgedehnt.

Die über viele Jahrhunderte elitäre Jagdtradition beeinflusste auch die Kunst- und Kulturgeschichte. Opulente Feste, heroische Darstellungen und kunstvolle Waffen begleiteten die adeligen Jagdgesellschaften. Erst mit der Romantik änderte sich das Jagdverhalten. Bis dahin ging es vor allem um Abschusszahlen. Mit den Reformen von Erzherzog Johann wurde erstmals ein wildökologisches Waidwerk praktiziert. Dementsprechend änderte sich das Bild des Jägers vom adeligen Massentiermörder, hin zum Heger und Pfleger des Waldes.

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