Dolomiten

AP/CTK/ROMAN KROMPOLC

Über Gipfelstürmerinnen und Aufsteigerinnen.

Warum die weibliche Alpingeschichte viel über das Leben im Flachland erzählt.
Moderation: Elisabeth Scharang.
Gäste : Ingrid Runggaldier, Autorin und Übersetzerin für ladinische Sprache. Sie lebt und arbeitet in Bozen und Gertrude Reinisch-Indrich, Alpinistin, Filmemacherin, Fotoreporterin, staatlich geprüfte Instruktorin für Hochalpin.
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Dürfen Frauen klettern? Diese Frage war bereits 1878 in einem Aufsatz in der Frauenzeitschrift "Der Bazar" Thema. Die meisten Männer beklagten damals, dass Frauen nun auch in die letzte Männerdomäne eingedrungen wären. Im Mittelpunkt der damaligen Diskussion um das Frauenbergsteigen stand vor allem der gesundheitliche Aspekt: Ärzte warnten davor, dass "die zarten Frauenkörper durch die ermüdenden Ausflüge in die Berge hässlich und vermännlicht" würden.

Letzte Woche wurde eine österreichische Studie über das Image von Frauen im Sport präsentiert. Bei der Berichterstattung über die 1. österreichische Frauenexpedition auf den Shisha Pangma 1994 war die sportliche Leistung weniger Thema als die Gruppendynamik. Die Berge sind den meisten Frauen heutzutage zwar frei zugänglich, aber der Leistung der Alpinistinnen und Kletterinnen wird nach wie vor wenig Aufmerksamkeit geschenkt.

Die südtiroler Autorin Ingrid Runggaldier ist in einer Bergsteigerfamilie aufgewachsen, in ihrem Buch "Frauen im Aufstieg" macht sie eine Welt sichtbar, die bisher nur wenigen erschlossen war: die Welt der Lucy Walker, der Eliza Cole, der Meta Brevoort und all der anderen Frauen, die in einer Zeit die Berggipfel bestiegen haben als die Frauen noch allerorts restriktiven Rollenbildern unterworfen waren.

Gemeinsam mit der österreichischen Alpinistin Gertrude Reinisch-Indrich, die 1994 Leiterin der Frauenexpedition in Tibet war und sich mit Grenzerfahrungen im sportlichen Sinne auskennt, spürt Ingrid Runggaldier den Motiven der großen Alpinistinnen nach.

Was hat der Aufstieg in die Berge gebracht? Inwieweit haben die frühen Alpinistinnen zum Aufbrechen der Rollenzwänge beigetragen? Und wer waren diese schillernden Persönlichkeiten, die bisher nur am Rande der Geschichte des Alpinismus standen?
Ein Gespräch über Grenzerfahrungen im Gebirge.

Service

3800 Kilometer und 154.000 Höhenmeter rund um Österreich in 143 Tagesetappen zu Fuß und auf dem Rad. Für Gertrude Reinisch-Indrich war das eine Premiere in Sachen Grenzerfahrung. Daraus ist nun ein Buch entstanden, das Mitte Oktober im Schall-Verlag erscheint mit dem Titel "Grenzgänge".

Buchtipp


Bis 30.11. ist im Frauenmuseum Meran eine Ausstellung über die Lebensentwürfe und Lebensgeschichten von bergsteigenden Frauen zu sehen. Kuratiert wurde die Ausstellung u.a. von Ingrid Runggaldier. Ihr Buch "Frauen im Aufstieg." Ist in der Edition Raetia erschienen.

Frauenmuseum Meran

Playlist

Urheber/Urheberin: Gabriella Ferri
Titel: Remedios
Ausführender/Ausführende: Gabriella Ferri
Länge: 02:24 min
Label: RCA Italiana

Urheber/Urheberin: G. Fontanellaz
Titel: S`Müettilied
Ausführender/Ausführende: TOTSCHNA
Länge: 02:07 min
Label: Phonag

Urheber/Urheberin: Jolie Holland
Titel: Old Fashioned Morphine
Ausführender/Ausführende: Jolie Holland
Länge: 03:36 min
Label: Debt Records

Urheber/Urheberin: Herbert Pixner
Titel: Leckmicha Marsch
Ausführender/Ausführende: Herbert Pixner Projekt
Länge: 01:26 min
Label: Three Saint Records

Sendereihe