Ernesto Che Guevara

Associated Press

Licht- und Schattenseiten eines Revolutionskämpfers

Che Guevara - Der Guerillero. Mit Christian Cwik, Professor an der University of the West Indies, Trinidad and Tobago.
Gestaltung: Hanna Ronzheimer

Ernesto Guevara de la Serna wurde 1928 in eine großbürgerliche argentinische Familie geboren. Zu seinem Spitznamen "Che" kam er erst während seiner militärischen Ausbildung in Mexiko. In Buenos Aires hatte er Medizin studiert und danach ausgiebige Reisen durch Lateinamerika unternommen. 1954 flüchtete er von Guatemala nach Mexiko, wo er Fidel Castro kennenlernte und sich der "Bewegung des 26. Juli" anschloss.

Er stieg zum Kommandanten auf und war maßgeblich am militärischen Erfolg der Kubanischen Revolution beteiligt. Im jungen revolutionären Kuba ernannte ihn Fidel Castro zum Industrieminister und später zum Leiter der kubanischen Zentralbank. Doch Kuba war für Che Guevara erst der Anfang. Er kämpfte auch im Kongo, um dort die Revolution voranzutreiben.

Nach seinem Scheitern in Afrika reiste er 1966 über Prag und Wien nach Bolivien um eine schlagkräftige Guerilla aufzubauen und kam dort 1967 im Alter von 39 Jahren ums Leben. Sein Tod wurde zur Meistererzählung hochstilisiert und sein Portrait in Lederjacke zum Symbol der Linken der 68er Bewegung. Seitdem ist Che Guevara eine Ikone als "revolutionärer Posterboy", deren kommerzielle Vermarktung in den 1990er Jahren seinen Höhepunkt erlebte.

In jüngerer Zeit gelangten auch einige Schattenseiten Che Guevaras ans Tageslicht, wie etwa seine Skrupellosigkeit im Umgang mit politischen Widersachern. Er ließ etwa im Westen Kubas ein Arbeitslager einrichten, indem hunderte kubanische Häftlinge gefoltert worden sein sollen. Dem nicht genug soll er sogar eigenhändige Tötung von Insassen vorgenommen haben.

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