Menschen auf der Mariahilfer Straße

ORF/JOSEPH SCHIMMER

Die Leiden der Leitkultur

Das Ringen um unsere Identität
Gestaltung: Martin Haidinger

Nicht erst seit der temporären Grenzöffnung für Flüchtlingsbewegungen und Massenmigration im Sommer 2015, der Eskalation des islamistischen Terrors und dem Erstarken rechts- und linkspopulistischer Bewegungen tobt in Europa eine heftige Debatte um die Identität unseres Kontinents.

Der Streit um die Zukunft polarisiert die Gesellschaft, in der es laut Polit-Propaganda von "Multikulturalisten" und "naiven Willkommensklatschern" auf der einen und "Neo-Nationalisten" und "finsteren Fremdenfeinden" auf der anderen Seite nur so zu wimmeln scheint.

Höchste Zeit, die Debatte auf einen sachlichen Punkt zu bringen, und Antworten auf drängende Fragen einzufordern:
Pressen wir Migrantinnen und Migranten aus anderen Kulturkreisen tatsächlich in ein Zwangskorsett, wenn wir ihnen unsere westlich-demokratischen Werte "aufzwingen"? Wie mag eine europäische "Leitkultur" beschaffen sein?

Kann und soll es sie überhaupt geben? Und wenn ja, wer legt sie fest? Gelehrte Kommissionen, Päpste und Imame, die EU, Medienmacher, forsche Politiker wie mancherorts in Osteuropa, oder eifrige Justizminister wie in Deutschland? Auf welchen Traditionen könnte sie aufbauen? Auf der Aufklärung, dem Laizismus oder doch auf dem Christentum?

Seit der deutsch-syrische Politologe Bassam Tibi den Begriff "Leitkultur" vor 25 Jahren eingeführt hat, arbeiten sich politische Akteure und Kommentatoren daran ab. Im "Salzburger Nachtstudio" kommen neben ihm eine ganze Reihe weiterer Wissenschafter/innen zu Wort, die bei aller Gegensätzlichkeit am Boden konstruktiver Kontroverse bleiben.

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