Kind und Frau blicken nach oben, Dämmerung

POLYFILM

Adrian Goiginger über seine heroinsüchtige Mutter

Die beste aller Welten. Hommage an eine heroinsüchtige Mutter. Feature von Ernst Weber

Adrian Goiginger wächst im Drogenmilieu in der berüchtigten Bessarabierstraße am Rande der Stadt Salzburg auf. Die Wohnung seiner Kindheit ist ein Treffpunkt für Dealer und Süchtige. Sein Vater stirbt an einer Überdosis, die Mutter finanziert ihren nächsten Schuss mit dem Weiterverkauf von Drogen - oder mit dem Heroin, das ein Dealer der in der Wohnung Unterschlupf findet als Mietpreis bezahlt.

Trotz ihrer Drogensucht bemüht sich Adrians Mutter Helga verzweifelt, ihrem Sohn eine glückliche Kindheit zu gestalten und die Drogenhölle von ihm fernzuhalten. Stundenlang spielt sie mit ihm, fährt Rad oder geht auf die Fantasiewelten ein, die sich Adrian mit einer gleichaltrigen Freundin schafft, deren Eltern ebenfalls an der Nadel hängen. Als die Lage eskaliert und Helga den Verlust des Sorgerechtes für ihren Sohn befürchtet, gelingt ihr gemeinsam mit ihrem Lebensgefährten der Entzug - durch eine christliche Bibelgemeinde. Der erwachsene Adrian Goiginger wird Filmregisseur und dreht einen autobiographischen Spielfilm über seine Kindheit im Drogenmilieu.

Die beste aller Welten lief bei der Berlinale 2017 in der Reihe "Perspektive Deutsches Kino" und wurde dort mit dem Kompass-Perspektive-Preis für den besten Film der Reihe ausgezeichnet, bei der Diagonale'17 erhielt der Film den Publikumspreis.

Redaktion: Elisabeth Stratka

Sendereihe

Gestaltung

Mehr dazu in oe1.orf.at

Schöne Kindheit unter Junkies

"Die beste aller Welten" im Kino