Schnecken

ORF/MIRELA JASIC

Die Wunderwelt einer Schnecke

"Das Geräusch einer Schnecke beim Essen" von Elisabeth Tova Bailey. Mit Valery Tscheplanowa. Übersetzung: Kathrin Razum, Bearbeitung und Regie: Elisabeth Putz (SRF 2016).

Eine seltene Krankheit hat die Autorin, die 34-jährige amerikanische Journalistin Elisabeth Tova Bailey, so geschwächt, dass sie sich nicht einmal mehr im Krankenbett aufrichten kann. Eine Freundin bringt ihr aus einer Laune heraus eine Schnecke mit, die sie im Wald gefunden und zusammen mit ein paar Ackerveilchen in einen Terrakottatopf gesetzt hat. Bailey beginnt das Tier zu beobachten. Zuerst ohne großes Interesse, doch dann entdeckt sie in ihm einen faszinierenden biologischen Kosmos. Und Hoffnung.

Später hat Elisabeth Tova Bailey die Geschichte dieser besonderen Freundschaft aufgeschrieben. Mit wachsender Hingabe beschreibt sie die Bewegungen der Teleskopfühler und die Windungen des Gehäuses ihrer Schnecke. Sie findet heraus, was ihre kleine Freundin am liebsten frisst, wann sie schläft, wie sie sich fortpflanzt - und sie hört das Geräusch, das die Schnecke beim Essen mit ihren über zweitausend winzigen, scharfen Zähnen macht. Dank ihrer buchstäblichen Langsamkeit wird die Schnecke für die Erzählerin zur Begleiterin auf dem Weg der Genesung.

Regisseurin Elisabeth Putz hat die Geschichte, die 2014 auf Deutsch erschienen ist, fürs Hörspiel bearbeitet: "Ich verliebte mich schnell in dieses Buch, das autobiografisch und somit authentisch ist und an das ich immer wieder denken muss, vor allem dann, wenn mir - als einer ungeduldigen und zur Hetze neigenden Person - die Schnelligkeit wieder einmal zu viel wird". In der Musikerin Fatima Dunn hat Elisabeth Putz die ideale Partnerin gefunden, um die seelischen Vorgänge der Protagonistin nachzuzeichnen und die Wunderwelt der Schnecke hörbar zu machen.

Service

Aus rechtlichen Gründen kann diese Sendung nicht zum Download angeboten werden.

Sendereihe