Antike Münzen

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Geldgier, Raffsucht und Bestechung

Über die antiken Wurzeln der Korruption
Von Juliane Nagiller

Lucona, Noricum-Skandal oder Eurofighter-Affäre: Große Korruptionsfälle schreiben sich in die Historie eines Landes ein. Doch ein neues Phänomen sind sie nicht. Bereits Homer berichtet von kleineren und größeren Geschenken, die für Gefälligkeiten den Besitzer wechselten. Die Palette reichte von Pferden und Kühen über Weizen bis hin zu Kriegsgefangenen und größeren Geldsummen.

Solange die Polis - der Staat - dadurch nicht geschädigt wurde, blieben die Geschenke ein Kavaliersdelikt. Doch so mancher Herrscher musste sich vor der Volksversammlung den Vorwurf der Bestechung gefallen lassen und sich einer Rechenschaftsprüfung unterziehen. - Geldgier wurde in der Antike als Krankheit angesehen, die "philosophisch" therapiert werden konnte.

Aristoteles warnte eindringlich vor der Pleonexie, dem Mehr-Haben wollen, das sich allzu schnell in Habsucht und Gier auswachsen kann. Ist sie eine anthropologische Konstante, die immer dann in Korruption ausufert, wenn der Faktor Macht ins Spiel kommt?

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