Viele Passbilder

APA/DPA/MONIKA SKOLIMOWSKA

Steht Menschen ihre Persönlichkeit ins Gesicht geschrieben?

1. Software soll angeblich Charaktereigenschaften aus Fotos lesen können
Gestaltung: Franz Zeller
2. Mehr Privatsphäre beim Online-Kommunizieren
ePrivacy-Abstimmung im EU-Parlament
Gestaltung: Julia Gindl
3. Das Geschäft mit den Mülldaten
Abfall mit Internet-Anschluss
Gestaltung: Sarah Kriesche

1. Gesichtserkennung ist auf Plattformen wie Facebook oder über die Google Bilder-Suche längst keine große Herausforderung mehr. Eine israelische Firma geht jetzt einen Schritt weiter und behauptet, aus Porträts auch die Charaktereigenschaften einer Person ablesen zu können . So will sie etwa erkennen können, ob es sich bei bestimmten Personen um Terroristen handelt. Denn unsere Persönlichkeit, so die Hypothese, stehe uns ins Gesicht geschrieben. Ein mehr als problematischer Ansatz, wie Guido Meyer in einem Bericht und Franz Zeller in einem Kommentar zeigen.

2. Gestern hat der Innenausschuss des EU-Parlaments über seine Position zur ePrivacy-Verordnung abgestimmt. Die Gesetzesreform soll die Privatsphäre von Nutzerinnen und Nutzern beim Kommunizieren via Email, WhatsApp oder Skype besser schützen und auch klare Regeln zum Tracking von Internetnutzern schaffen. Die Reform war hart umkämpft. Während Bürgerrechts- und Datenschutzorganisationen auf mehr Schutz der Privatsphäre pochen, sieht die Online-Werbeindustrie ihr Geschäftsmodell bedroht. Der Innenausschuss hat sich gestern für mehr Datenschutz entschieden, berichtet Julia Gindl.

3. Im Diskurs um die Zukunft der Digitalisierung darf das Internet der Dinge nicht fehlen. Der Überbegriff steht für Gegenstände, die mit dem Internet verbunden sind und Produktionsabläufe, Arbeitsprozesse aber auch den Alltag optimieren sollen. In Fabriken erkennen und melden Maschinen, wann ein Bestandteil nachgerüstet werden muss, T-Shirts mit speziellen Chips geben den Trägerinnen und Trägern Auskunft, wie es um ihre Rückengesundheit steht. Von selbstfahrenden Autos ganz zu schweigen.
Ein vermeintlich unscheinbares Feld, in der die Digitalisierung bereits fixer Bestandteil der Unternehmens- und Arbeitskultur ist, ist die Müllentsorgung. Mülltonnen in Kroatien haben eigene Sensoren, die melden, wenn sie geleert werden müssen und die Entsorgungswägen planen ihre Routen dementsprechend.
Auch bei der Österreichischen Firma "Saubermacher" sind unzählige Chips und Sensoren im Einsatz, um den Benzinverbrauch, Bremsverschleiß und Routen der Fahrzeuge zu optimieren. Der Datenmüll, der dabei anfällt wird ebenfalls weiterverwertet und zum Beispiel in interaktive Landkarten eingepflegt, anhand derer Kunden sehen können, wann sich Müllabfuhren in ihrer Nähe befinden. Vom Bauschutt bis zur Hausentrümpelung will man so neue Wege beschreiten, um Zeit, Aufwand und natürlich Geld zu sparen, wie Sarah Kriesche dokumentiert.

Moderation und Redaktion: Franz Zeller

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