Was die Welt zusammenhält

Kooperation als Erfolgsprinzip der Natur
Von Sabrina Adlbrecht

Mutation und Selektion sind nach klassischer darwinistischer Auffassung entscheidend für den Erfolg lebender Systeme. Diese Grundannahmen der Evolutionstheorie blenden aber, wie einige meinen, etwas Entscheidendes aus: den Faktor Kooperation. Denn der sei als Gestaltungskraft des Überlebens noch wichtiger als Kampf und Konkurrenz.

In der Natur sind verschiedenste Ausprägungen von Zusammenarbeit allgegenwärtig; und zwar nicht nur als Verhalten, von dem die Kooperationspartner profitieren, wie zum Beispiel in der Gruppenjagd, sondern auch in Form der gegenseitigen Hilfe. So teilen zum Beispiel viele Tiere nicht nur die gemeinsam erjagte Beute, sondern versorgen damit auch andere Gruppenmitglieder, die an der Jagd nicht beteiligt waren.

Kooperation kann auch artenübergreifend sein, und bestimmte Formen davon finden sich auch im Pflanzenreich. - Der Mensch wurde gerade durch Zusammenarbeit zum evolutionären "Erfolgsmodell": Von den Jäger- und Sammler-Gesellschaften bis hin zu den Nationalstaaten ist sie das entscheidende Prinzip.

Ein Miteinander funktioniert zweifellos besser als ein Gegeneinander - doch der Mensch ist kein rein rationales Wesen. Ob wir kooperieren oder nicht, hängt - jenseits eines zu erwartenden Nutzens - stark von den Motivationen, Neigungen und Werten der Beteiligten ab. Gesteuert wird die Dynamik von Kooperation oder Konkurrenz vor allem durch das jeweilige sozioökonomische Umfeld.

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