Marlene Streeruwitz

APA/GEORG HOCHMUTH

Zwei Frauen über Erfolg, Alter, Mütter und junge Männer

"Die Preisträgerinnen" von Marlene Streeruwitz. Mit Tina Engel und Heidi Kriegeskotte, Komposition: Philip Steegers, Regie: Bernadette Sonnenbichler (SWR 2012).

"Ich schreibe den jungen Männern besonders lange Widmungen. Manchmal nehme ich einen mit nach Hause. Lieber ins Hotelzimmer. Und vorher in ein bekanntes Lokal. Ein helles Lokal. Ein Lokal, in dem keine Diskretion herrscht. Ein Lokal, in dem es wichtig ist, wer da ist. Da habe ich den dann da sitzen und überlege die Präservativfarbe, während er sein Glas mit dem Rotwein dreht. Früher bin ich so gesessen. Der Verleger. Ein Professor. Ein Kritiker. Ein Politiker. Ich habe das Glas gedreht und gestreichelt, bis es klar war ...".

Zwei Frauen haben es geschafft: Sie sind etablierte Preisträgerinnen in der lange Zeit als Männerdomäne geltenden Literaturwelt. Sie sind nicht mehr ganz jung, wenn auch noch attraktiv, sie haben gelebt. Und sie sprechen miteinander über Auszeichnungen, über ihre Mütter, über den Preis des Erfolgs, über das Alter, junge Männer und über Sex. Lakonisch, dekadent, zärtlich, verletzlich, hasserfüllt, Finten schlagend und zynisch ziehen sie ihre Register. Zwei intelligente Frauen im konkurrierenden Streitgespräch. Was als Dialog beginnt, wird aber immer mehr zu zwei monadenhaft abgekapselten Monologen, die sich zwischen Traum, Selbstinszenierung und Wirklichkeitsprotokoll bewegen. Aber vielleicht sind diese beiden Damen auch nur eine im imaginären Zwiegespräch ...

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