Stadtschild, Männer auf der Straße

MAHMOUD LAMINE

Mohamed Bouazizi und die tunesische Revolution

Der Funke im Pulverfass. Mohamed Bouazizi und die tunesische Revolution. Von Mahmoud Lamine und Judith Müller

Es ist etwa 11.00 Uhr am Freitag, dem 17. Dezember 2010, als Mohamed Bouazizi am Hauptplatz vor der Moschee auf die Polizistin Faida Hamdi trifft. Bewohner von Sidi Bouzid berichten, dass es einen sehr lauten Streit gegeben hat, bevor das heftige Gerangel um Obstkisten und eine elektronische Waage beginnt. Mohamed soll dabei eine Ohrfeige von Faida Hamdi bekommen haben.

Sie erzählen, dass Mohamed verzweifelt zum Polizeirevier läuft, um sich zu beschweren und um seine Waage zurückzufordern. Aber er wird abgewiesen. Gegen 13.00 Uhr stellt sich Mohamed vor die Präfektur, steigt auf seinen Holzkarren und übergießt sich mit Benzin. Bouazizi erleidet schwerste Brandverletzungen und wird in ein Krankenhaus in Tunis gebracht, wo er am 4. Jänner 2011 stirbt. Mit der Selbstverbrennung Mohamed Bouazizis beginnt die tunesische Revolution. 10 Tage später verlässt der tunesische Präsident Ben Ali das Land.

Der gebürtige Tunesier und Feature-Autor Mahmoud Lamine war 2011 in Sidi Bouzid. Er hat mit Mohamed Bouazizis Mutter und Geschwistern, gesprochen, mit deren Nachbarn. Und er hat die Polizistin Faida Hamdi getroffen.

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