Gottfried Bechtold

KULTURAMT BREGENZ

Radiokolleg - Positionen in der Kunst

Gottfried Bechtold: Konzeptkünstler und Philosoph vom Bodensee

Das markanteste Werk des Multimedia- und Konzeptkünstlers Gottfried Bechtold, geboren 1947 in Bregenz, ist wohl jener Betonporsche, den er als maßstabgetreuen Abguss der Öffentlichkeit im Jahr 1971 präsentierte. Das Werk, das auch als metaphorische Auseinandersetzung mit dem Paradigma von Beschleunigung und Stillstand in der automobilisierten Gesellschaft verstanden werden darf, erlebte im Lauf der Jahrzehnte zahlreiche Variationen und Verfeinerungen und gilt heute als ´Signature`- Arbeit im künstlerischen Kosmos von Bechtold, der ursprünglich, der Familientradition folgend, eine Steinmetzlehre absolviert hatte. Doch bald danach expandierte er unter dem Einfluss von Marcel Duchamp in zahlreiche Richtungen: Land Art, Film- und Videokunst, Fotografie, konzeptuelle Arbeiten, in denen er die wunderbare Welt der Schwerkraft erkundete und sogar eine dezidiert politische Plakataktion mit dem Titel "Unser Mann." Darin persiflierte er die Marketing-Ästhetik zeitgenössischer Wahlkämpfe, in denen Politik zum hohlen Spektakel degeneriert. Gottfried Bechtold war bereits im Alter von 25 Jahren 1972 Teilnehmer der legendären documenta 5 von Harald Szeemann. Danach hob seine Karriere nicht so ab, wie er es eigentlich aufgrund seiner stets originellen und innovativen künstlerischen Versuchsanordnungen verdient gehabt hätte. Heute arbeitet Gottfried Bechtold nach wie vor unermüdlich in der alten Steinmetzwerkstatt in Bregenz, die er von seinem Vater übernommen hat. Durchaus nicht unversöhnt mit seiner Position in der Kunstwelt, die sich in den letzten Jahren deutlich verbessert hat. "Ein wichtiger Gesamtaspekt bei all meinen Projekten, "schreibt er, "ist der Versuch, eine neue Konfiguration zwischen Materialität und Information in Form einer neuartigen Legierung herzustellen".
Gestaltung: Thomas Mießgang

Sendereihe

Gestaltung

  • Thomas Mießgang