Rohe Betonfassade

ORF/JOSEPH SCHIMMER

Schön hässlich

Bauten wie Schiffe, Maschinen und Monster
Gestaltung: Katrin Mackowski

Monströs, skulptural und aus rohem Beton: "Brutalistische Architektur".
Sie prägte die oft verhasstesten Neubauten der Nachkriegszeit, und dabei waren sie einst der letzte Schrei. So auch das Kulturzentrum in Mattersburg/Burgenland, für das sich der 22-jährige Kunsthistoriker Johann Gallis heute einsetzt.
Die schönhässlichen Gebäude füllten früher Lücken in zerbombten Städten, waren realisierte Utopien: Träume einer avantgardistischen Stadt.

Heute verschwindet der "Brutalismus" zunehmend aus dem Stadtbild und löst politische wie ästhetische Debatten aus. Bei vielen der nicht denkmalgeschützten Gebäude stellt sich nun die Frage: Abriss oder Sanierung?

Und doch erlebt diese Architektur heute eine Renaissance, vor allem bei jungen Leuten. Weltweit präsentieren Ausstellungen den Baustil des "Brutalismus". Auch im Netz kursieren Initiativen wie die Facebook-Gruppe "The Brutalism Appreciation Society" oder "#SOS. Brutalism" Doch woher kommt die Leidenschaft für den Sichtbeton? Ist die Renaissance des "Brutalismus" eine virtuelle Totgeburt, oder steckt mehr dahinter?

Was macht Menschen glücklich in diesen Betonbauten, den Wohn-Schiffen in Alt Erlaa? Das wollte die junge Künstlerin Zara Pfeifer wissen. Sie fotografierte vier Jahre lang Bewohner/innen und Clubräume des Wohnparks und hat sich in das Innere, in den Bauch des Architekten Harry Glück, verliebt. Mit ihren Fotos dokumentiert sie die fensterlose Club-Gesellschaft und ist fasziniert von der Ästhetik und dem sozialem Zusammenhalt der Bewohner/innen.

Ein Salzburger Nachtstudio von Katrin Mackowski

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