Die Skulptur "The Warrior and the Bear"

AFP/MIGUEL MEDINA

Radiokolleg - Positionen in der Kunst

Damien Hirst: Der Watschenmann des Kunstbetriebs

Damien Hirst ernst nehmen? Wie vulgär. Ein Zeichen, dass man in der Kunst nichts verstanden hat. Wirklich? Spätestens seit seinem mit Diamanten besetzen Totenschädel ("For the Love of God") gilt Hirst vielen als der neureiche Prolo des Kunstbetriebs. Als Inbegriff des gerissenen Spekulanten, der sich mit billigen visuellen Überwältigungsstrategien in den Hochadel der zeitgenössischen Kunst eingeschlichen habe, so der Tenor der Empörung.

Dorothee Frank evaluiert Hirst-Klassiker wie den Hai in Formaldehyd und - ja, auch den Diamantschädel. "Ihr könnt noch so viel Besitz anhäufen, sterben werdet ihr trotzdem", scheinen die leeren blitzenden Augenhöhlen zu sagen. Wie Hirst die barocke Memento Mori- und Vanitas-Thematik neu interpretiert - ob mit Kuhkadavern oder Medikamentenschränken - das stellt eine entschiedene und durchaus einflussreiche Position gesellschaftskritischer Kunst dar. Ikonen kann man prügeln, aber man kann sie nicht löschen. Das schafft auch Hirst selbst nicht, mit seiner inzwischen nahezu bulimisch ausufernden, manchmal inflationären Produktion.
Gestaltung: Dorothee Frank

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