Plattwurmei

AFP/Lillian SUWANRUMPHA

Porträt des Parasitologen Herbert Auer

Ein Wirt und seine ungebetenen Gäste
Von Sabrina Adlbrecht

Organismen, die für ihre Existenz oder Fortpflanzung andere Lebewesen brauchen, haben es ihm angetan: Herbert Auer, Leiter der Abteilung für medizinische Parasitologie an der MedUni Wien. Auer ist das, was man einen leidenschaftlichen Forscher nennt. Die Faszination für sein Fachgebiet hat viele Gründe: Da ist, zum einen, die unglaubliche Vielfalt von Parasiten: Etwa 350 Wurmarten zählen dazu, ebenso wie mehrere Dutzend Einzeller und hunderte Gliederfüßer - allesamt sehr unterschiedlich in ihrer Biologie, ihrer klinischen Ausprägung und in der Art, wie man sie im Menschen nachweisen kann.

Manchmal erfordert die Erregersuche ein geradezu kriminalistisches Gespür. Es seien vor allem die klinisch "verzwickten" Fälle, die seine Arbeit besonders aufregend machten, sagt Auer. Durch die langjährige intensive Beschäftigung mit Parasiten und ihren Interaktionen mit dem Immunsystem kam der Wissenschafter auch zu vielen Erkenntnissen, die in keinem Lehrbuch stehen - eine Kompetenz, die es ermöglicht, gemeinsam mit Ärzt/innen verschiedenster Fachrichtungen und Patient/innen schnelle Differenzialdiagnosen zu erstellen und diese gleich im Labor abzuklären. Im Laufe der Jahre hat Auer an seinem Institut auch eine Reihe neuer oder verbesserter diagnostischer Tests zum Wohl der Patient/innen entwickelt.

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