Illustration der Jamaika-Koalition, Fahne mit Schatten

DPA/FRANK RUMPENHORST

Deutschland, Türkei, Mittelmeer

Der lange Weg Deutschlands zur Jamaika-Koalition +++ Türkei: Das größte Journalistengefängnis der Welt +++ Mittelmeer - Das Sterben hat kein Ende - Gestaltung: Brigitte Fuchs

Der lange Weg Deutschlands zur Jamaika-Koalition

Die Regierungs-Suche in Deutschland zieht sich. Fast sieben Wochen ist es nun schon her, seit ein neuer Bundestag gewählt wurde, vor zweieinhalb Wochen hat er auch bereits das erste Mal getagt, von einer neuen Koalition in Berlin - einer Jamaika-Koalition - ist aber noch wenig erkennbar. Zwar wird intensiv verhandelt, wirklich Greifbares gibt es aber noch nicht. Eine erste Bilanz vor einigen Tagen ist eher dürftig ausgefallen, auch wenn der gemeinsame Wille der vier potentiellen Regierungs-Partner betont wird. Aber in inhaltlichen Fragen sind CDU/CSU sowie FDP und Grüne noch weit auseinander, etwa bei der Klima- oder der Flüchtlings-Politik. Zuletzt haben zwar manche Verhandler etwas Kompromiss-Bereitschaft signalisiert, aber der Weg nach Jamaika ist offenbar nicht sehr einfach. Andreas Jölli berichtet aus Berlin.


Türkei: Das größte Journalistengefängnis der Welt

Mehr als 150 Journalist/innen und Medienmitarbeiter/innen sitzen derzeit in der Türkei im Gefängnis. Sie werden mit Terroristen gleichgesetzt, kritische Medien geschlossen; es gibt keinen Nachrichtensender mehr, der frei berichten kann. Dennoch gibt es noch immer türkische Journalist/innen, die sich um unabhängige Berichterstattung bemühen - zum Beispiel auf Facebook, Twitter oder einigen Newsportalen im Internet. Sie alle gehen damit ein großes Risiko ein. Eine dieser mutigen Journalistinnen ist Banu Güven; bevor der regierungskritische Sender IMC-TV geschlossen wurde, war sie dort eine bekannte Fernsehmoderatorin. Güven hat diese Woche auf dem Journalistinnenkongress in Wien gesprochen. Am Rande der Tagung hat sie Elisa Vass ein Exklusivinterview über die triste Situation der Pressefreiheit in der Türkei gegeben.


Mittelmeer - Das Sterben hat kein Ende

Nie haben mehr Menschen versucht, von Libyen über das Mittelmeer nach Europa zu fliehen als in den vergangenen Jahren. Nie sind dabei mehr Menschen gestorben: 5000 im Jahr 2016, fast 2000 bis Juni 2017 zählt das Flüchtlingshilfswerk UNHCR. Einige Europäer wollen dem Sterben an der Außengrenze nicht länger tatenlos zusehen: Die freiwilligen Helfer der NGO Sea-Watch sind im Sommer Woche für Woche auf dem Meer unterwegs, um in Seenot geratene Flüchtlinge aus dem Wasser zu retten. Doch mit ihrer Arbeit machen sie sich nicht nur Freunde. Ihre Kritiker: italienische Staatsanwälte, die libysche Küstenwache und der österreichische Außenminister Sebastian Kurz. Bartholomäus von Laffert hat die Helfer drei Wochen lang auf ihrer schweren Mission vor der libyschen Küste begleitet. (Die Wiederholung einer Reportage vom 23.6.2017, für die Bartholomäus von Laffert diese Woche mit dem Prälat-Leopold-Ungar-Journalist/innenpreis ausgezeichnet wurde)

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