Fossiles Austernriff

NHM WIEN/LOIS LAMMERHUBER

Ein urzeitlicher Spaziergang durch Wien

Eine Stadt aus dem Meer
Von Hanna Ronzheimer

Vom "Penninischen Ozean" in der Kreidezeit erzählt das Flyschgestein, das sich am Tiefseeboden aus heruntergefallenem Schutt und Sedimenten gebildet hat. Noch heute stößt man im Wienerwald auf Flysch. Der Architekt Otto Wagner verwendete das witterungsfeste Gestein für den Bau der Stadtbahn. Im Flysch findet sich auch ein bis heute rätselhaftes Spurenfossil, über das sich schon Leonardo da Vinci den Kopf zerbrach. Es stammt vom Paleodictyon, einem Lebewesen aus der Urzeit-Tiefsee.

Viel später, vor rund 12 Millionen Jahren, war die Gegend des heutigen Wien dann ein subtropisches seichtes Gewässer, wie es heute etwa bei Dubai existiert. Dieses damalige "Sarmat-Meer" war höchstens 100 Meter tief. In den Weinbergen von Liesing verlief seine westliche Strandlinie, und das östliche Ufer lag weit entfernt im heutigen Turkmenistan. Der Muschelkalkstein aus dem Sarmat-Meer diente später als Baumaterial für den Stephansdom und die Minoritenkirche.

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