Radiogeschichten

"Das Kleid des Witwers". Von Grazia Deledda. Aus dem Italienischen übersetzt von Erna Müller-Röder. Es liest Angelica Ladurner. Gestaltung: Martin Sailer. Präsentation: Stefanie Zussner.

Es geht dem Ende zu mit einem senil gewordenen alten Mann. Eingesponnen in seiner eigenen Welt aus Schuld und Sühne, stellt er die Geduld seiner fürsorglichen Frau immer wieder auf die Probe. Eines dieser sich wiederholenden Schuldgespräche erlöst ihn vom Leben. Wer ist nun freier: er selbst oder seine Witwe?

1926 ist die aus Sardinien stammende Autorin Grazia Deledda (1871-1936) mit dem Nobelpreis für Literatur ausgezeichnet worden. Ihr Werk, anfangs durchaus noch romantisch gefärbt, wurde zusehends realistischer. So zeigte sie die harten Lebensumstände der einfachen Schichten: Fischer, Bauern und Hirten sind die Protagonisten, ihre Schicksale wurden auch mit Systemkritik verwoben. Zu ihren bekanntesten Werken gehören die Romane "Schilf im Wind", "La via del male" und "Asche".

Service

Grazia Deledda, "Das Kleid des Witwers" aus: "Spannende Frauen - Ein Lesebuch", Knaur, 1999

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